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Liebesbetrug mit Kryptowährung: USA klagen sechs Männer an – rund 800 Opfer

Sie sollen sich auf Dating-Seiten als Frauen ausgegeben und Opfer auf gefälschte Krypto-Seiten gelockt haben. Die USA fordern die Auslieferung aus Madagaskar.

Blick auf Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars, mit dem Rova-Palast auf dem Hügel (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: David Herzog / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Die US-Bundesanwaltschaft für den District of Columbia hat Anklage gegen sechs Männer erhoben, die einen groß angelegten Liebes- und Kryptobetrug betrieben haben sollen. Das gab US-Bundesanwältin Jeanine Pirro am 27. Oktober bekannt. Laut Anklage gaben sich die Beschuldigten auf Dating-Seiten und in sozialen Apps als attraktive Frauen aus, bauten Vertrauen auf und brachten ihre Opfer dazu, ihre Krypto-Wallets mit gefälschten Investmentseiten zu verbinden – angeblich für Geschäfte mit NFTs. Anschließend sollen die Wallets ohne Wissen der Betroffenen leergeräumt worden sein. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Nach Angaben der Ermittler geht es um rund 800 Geschädigte in den USA und etwa 74 Krypto-Wallets; mit Opfern verbundene Wallets wurden unter anderem in Maryland, Oregon, Nevada und Minnesota ermittelt. Eine Schadenssumme nannten die Behörden nicht. Die Gruppe soll zunächst von Kambodscha aus und später aus Betrugszentren in Madagaskar gearbeitet haben; das Geld soll auf Konten von Hintermännern in China geflossen sein. Laut Anklage setzten die Täter echte Menschen als „Models“ ein, die mit kurzen Videos und Sprachnachrichten die falschen Identitäten glaubwürdig machen sollten. Die USA haben Madagaskar um die Auslieferung der sechs Männer gebeten; ob sie festgenommen wurden, ist nicht bekannt.

Die Behörde will zudem 15 mutmaßliche Beschäftigte der Gruppe befragen, die angeben, selbst Opfer von Menschenhandel und Misshandlung geworden zu sein; sie sollen in Madagaskar in Haft sein. Pirro sprach von einer „globalen Epidemie“ und betonte, solche Fälle ruinierten die Opfer finanziell, viele schämten sich zudem. Ihr Rat: „Verbinden Sie Ihre Krypto-Wallet niemals mit einer Website, die Ihnen jemand empfohlen hat, den Sie online kennengelernt haben.“ Eine Sondereinheit der US-Justiz gegen Betrugszentren hat nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Milliarde Dollar in Kryptowährung gesichert und über 700 betrügerische Investmentseiten beschlagnahmt.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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