Antibiotika-Resistenz: US-Behörde CDC stuft resistenten Tripper als „dringende“ Gefahr ein
Der neue Resistenzbericht der CDC nennt 19 gefährliche Erreger. Gonorrhö-Bakterien seien gegen fast alle Antibiotika resistent geworden, die zur Behandlung eingesetzt werden.

Symbolbild · Foto: NIAID / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat am 27. Oktober ihren Bericht „2026 Antimicrobial Resistance Threats Report“ vorgelegt. Er beschreibt 19 Bakterien und Pilze, gegen die Medikamente zunehmend nicht mehr wirken, dazu den Darmkeim C. difficile. Zusammen verursachen sie in den USA nach CDC-Angaben jährlich rund 9,7 Millionen Infektionen und 50.800 Todesfälle. Die Behörde teilt die Erreger in vier „dringende“, 13 „ernste“ und zwei „besorgniserregende“ Bedrohungen ein; sechs weitere stehen auf einer Beobachtungsliste.
Zu den vier dringenden Bedrohungen zählt die arzneimittelresistente Gonorrhö, umgangssprachlich Tripper, eine sexuell übertragbare Infektion mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae. „Gonorrhö hat gegen nahezu alle zur Behandlung eingesetzten Antibiotika Resistenzen entwickelt“, heißt es im Bericht. Dringende Bedrohungen erforderten „dringendes und entschlossenes Handeln“. CDC-Direktorin Erica Schwartz sagte, antimikrobielle Resistenz bedrohe die moderne Medizin und gefährde jedes Jahr Millionen Amerikaner. Eigene Fallzahlen zur resistenten Gonorrhö nennen die vorliegenden Berichte über den Report nicht.
Auch in Europa ist Gonorrhö auf dem Vormarsch: Die EU-Gesundheitsagentur ECDC meldete im Mai für 2024 einen Rekord von 106.331 Fällen – 303 Prozent mehr als 2015. Wegen der hohen Antibiotikaresistenz rät das ECDC davon ab, die vorbeugende Einnahme von Doxycyclin nach dem Sex (Doxy-PEP) breit gegen Gonorrhö einzusetzen. Das ECDC rät zu Kondomen bei neuen oder mehreren Partnern und zu einem Test, wenn Symptome auftreten – dann kann ärztlich gezielt behandelt werden.
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