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Zwanghaftes Sexualverhalten: Zwei Medikamente wirken in schwedischer Studie ähnlich gut

Forschende aus Stockholm und Umeå verglichen Fluoxetin und Naltrexon bei 80 Betroffenen. Beide linderten die Symptome, Naltrexon womöglich schneller. Es gibt aber Grenzen.

Teich auf dem Campus der Universität Umeå in Schweden (Archivbild)

Archivbild · Foto: Mikael Lindmark / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wer unter einer zwanghaften sexuellen Verhaltensstörung leidet, verliert die Kontrolle über sexuelle Impulse und Handlungen – oft mit Folgen für Beziehungen, Arbeit und Wohlbefinden. Ein Team des Zentrums ANOVA am Karolinska-Universitätskrankenhaus, des Karolinska-Instituts und der Universität Umeå hat in einer randomisierten Studie erstmals zwei Medikamente direkt verglichen. 80 Teilnehmende, fast alle Männer, nahmen acht Wochen lang entweder Fluoxetin, ein Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI, oder Naltrexon, einen Opioid-Antagonisten; danach folgten sechs Wochen ohne Behandlung. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift BMJ Mental Health.

In beiden Gruppen gingen die Symptome zurück, ein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen den Mitteln zeigte sich nicht. Naltrexon schien früher zu wirken – die Autorinnen und Autoren nennen das aber vorläufig, weil die Studie nicht darauf ausgelegt war, die Geschwindigkeit zu prüfen. Die meisten Teilnehmenden hatten Nebenwirkungen, überwiegend leichte bis mittelschwere; in beiden Gruppen wurde verringertes sexuelles Verlangen berichtet, Übelkeit trat unter Naltrexon häufiger auf. Zwei Personen in der Fluoxetin-Gruppe brachen wegen starker Nebenwirkungen ab.

„Naltrexon scheint das Potenzial zu haben, die Symptome schneller zu lindern“, sagt Erstautorin Josephine Savard. Zugleich betont sie: „Wir wissen noch wenig darüber, wie medikamentöse Behandlung bei zwanghafter sexueller Verhaltensstörung wirkt.“ Grenzen der Studie: Fast nur Männer nahmen teil, Langzeiteffekte sind unbekannt, und offen bleibt, wem welches Mittel am meisten hilft. Finanziert wurde die Arbeit unter anderem vom Schwedischen Forschungsrat, der Universität Umeå und den Regionen Stockholm und Västerbotten; die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben. Eine Behandlung gehört in ärztliche Hände.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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