Panzer am Checkpoint Charlie: Als der Kalte Krieg in Berlin fast heiß wurde
Am 27. Oktober 1961 standen sich an der Friedrichstraße sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber – rund 90 Meter voneinander entfernt. Nach mehr als 24 Stunden zogen beide Seiten ab.

Foto: The Central Intelligence Agency / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Am 27. Oktober 1961, gut zwei Monate nach dem Bau der Berliner Mauer, richteten an der Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße sowjetische und amerikanische Panzer ihre Kanonen aufeinander. Der alliierte Kontrollpunkt Checkpoint Charlie war einer der wichtigsten Übergänge zwischen Ost- und West-Berlin.
Auslöser war ein Vorfall am 22. Oktober: DDR-Grenzposten wollten die Papiere des US-Diplomaten Allan Lightner kontrollieren, der in Ost-Berlin die Oper besuchen wollte. Die Westalliierten erkannten DDR-Grenzer in Berlin nicht als zuständig an und beriefen sich auf die Bewegungsfreiheit nach dem Vier-Mächte-Status. Die US-Armee fuhr am 26. Oktober zehn M-48-Panzer auf, am Tag darauf bezogen sowjetische Panzer Stellung – nach Angaben der Armee nur rund 90 Meter entfernt.
Mehr als 24 Stunden dauerte die Konfrontation. Am Morgen des 28. Oktober zogen sich die sowjetischen Panzer zurück, kurz darauf auch die amerikanischen. Zur Entspannung trugen laut Darstellungen Gespräche zwischen US-Justizminister Robert F. Kennedy und dem sowjetischen Geheimdienstoffizier Georgi Bolschakow bei. Die Szene wurde zu einem der bekanntesten Bilder des Kalten Krieges.
