Microsoft bietet rund 60.000 Beschäftigten Abfindungen an – jedem Vierten
Der Konzern will mit freiwilligen Ausstiegsangeboten Kosten senken, während er rund 175 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren und Chips steckt. Bis Anfang Dezember läuft die Bedenkzeit.
Foto: Jonathan Schilling / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · KIRO 7 News · youtube.com
Microsoft bietet rund 60.000 Beschäftigten an, das Unternehmen freiwillig gegen eine Abfindung zu verlassen. Das entspricht mehr als einem Viertel der weltweiten Belegschaft, die Ende Juni nach Firmenangaben 223.000 Vollzeitkräfte umfasste. Das Angebot gilt für Mitarbeitende in teilnehmenden Teams in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien. Personalchefin Amy Coleman kündigte es am Montag in einem internen Schreiben an; sie sprach von „a new choice to make that transition now with support“ – einer neuen Möglichkeit, den Wechsel jetzt mit Unterstützung zu vollziehen.
Nach Angaben des Branchendienstes GeekWire gibt es keine Alters- oder Betriebszugehörigkeitsgrenze, auch die Leistung spielt keine Rolle. Berechtigt sind Beschäftigte bis zur Karrierestufe 70, darunter einige Vizepräsidenten. Das Paket entspricht der üblichen Microsoft-Abfindung mit Grundgehalt nach Dauer und Stufe, weiterlaufenden Aktienzuteilungen und befristetem Krankenversicherungsschutz. Die Frist endet in der ersten Dezemberwoche. Der Vertrieb nimmt laut den Berichten nicht teil. Entlassungen schließt Microsoft je nach Geschäftslage weiterhin nicht aus.
Hintergrund sind die enormen Ausgaben für künstliche Intelligenz: Für 2026 rechnet Microsoft mit Investitionen von rund 175 Milliarden Dollar, vor allem für Rechenzentren und Chips. Anleger fragen zunehmend, ob sich das auszahlt. Bereits im Juli hatte der Konzern rund 4.800 Stellen gestrichen, im Frühjahr gab es ein erstes Vorruhestandsprogramm für US-Beschäftigte. Am Mittwoch legt Microsoft nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor; darin könnten bereits erwartete Kosten für das Programm auftauchen.
