Ostasien: Spätsommerliche Regenfront liegt heute rund 210 Kilometer weiter nördlich
Daten von 1979 bis 2025 zeigen: Die Septemberfront erreicht nun Südkorea – in solchen Jahren treten nasse und heiße Tage deutlich häufiger zugleich auf.

Symbolbild · Foto: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die spätsommerliche Regenfront über Ostasien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich nach Norden verschoben. Das berichten Forscher des APEC Climate Center und des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) im Fachjournal „npj Climate and Atmospheric Science“ (online seit 11. Oktober). Grundlage sind ERA5-Reanalysedaten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage für 1979 bis 2025; verglichen wurden die Zeiträume 1979–1998 und 2006–2025.
Demnach liegt die Front zwischen dem 10. und 30. September heute im Mittel rund 213 Kilometer weiter nördlich, in der Hauptsaison von Ende Juni bis Mitte Juli rund 146 Kilometer. Lag sie früher über dem Jangtse-Becken und dem Meer südlich der Insel Jeju, erreicht sie nun den Süden der Koreanischen Halbinsel. In Jahren mit nördlicher Lage traten Tage mit zugleich viel Regen und Hitze 8- bis 19-mal häufiger auf, nach Herausrechnen langfristiger Trends 3- bis 9-mal; der Hitzestress stieg um mehr als 0,4 Grad.
Fronten liefern nach Angaben der Autoren rund 40 Prozent des ostasiatischen Sommerregens. „Diese Studie zeigt, dass sich nicht nur die Intensität, sondern auch die Lage der Fronten verändert“, sagte KAIST-Forscher Hyungjun Kim. Die Studie beruht auf rekonstruierten Beobachtungsdaten (Reanalyse), nicht auf Zukunftsprojektionen; Fehlerbereiche für die Verschiebungen nennt die Mitteilung nicht.
