Der Westfälische Frieden: Wie 1648 in Münster und Osnabrück Europa neu geordnet wurde
Im Oktober 1648 endete mit zwei Verträgen der Dreißigjährige Krieg. Der Westfälische Frieden veränderte Grenzen, regelte das Zusammenleben der Konfessionen und prägte das Reich bis 1806.

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Am 24. Oktober 1648 wurden in Westfalen zwei Friedensverträge unterzeichnet, ausgehandelt in Osnabrück zwischen Kaiser Ferdinand III., Königin Christina von Schweden und ihren Verbündeten, in Münster zwischen dem Kaiser, König Ludwig XIV. von Frankreich und deren Verbündeten. Damit endeten die Kämpfe, die 1618 mit dem böhmischen Konflikt begonnen hatten.
Der Frieden ordnete die Landkarte neu. Frankreich erhielt Rechte im Elsass und wurde im Besitz von Metz, Toul und Verdun bestätigt. Schweden bekam unter anderem Vorpommern, Wismar sowie Bremen und Verden und kontrollierte damit die Mündungen von Oder, Elbe und Weser. Brandenburg gewann Hinterpommern und die Anwartschaft auf Magdeburg, Bayern behielt die Oberpfalz und die Kurwürde. Die Niederlande und die Schweizer Eidgenossenschaft wurden als unabhängig anerkannt.
Auch religiös war der Vertrag ein Einschnitt: Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde bestätigt und auf die Reformierten (Calvinisten) ausgedehnt; das Jahr 1624 wurde als „Normaljahr“ für Kirchenbesitz und Konfessionsstand festgelegt. Die Reichsstädte erhielten Sitz und Stimme im Reichstag, die Außenpolitik des Reiches brauchte dessen Zustimmung. Das Vertragswerk galt bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 als Reichsgrundgesetz.
