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150 Jahre Aprilaufstand: Wie Bulgariens Erhebung von 1876 Europa aufrüttelte

1876 erhoben sich Bulgaren gegen die osmanische Herrschaft. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen – doch er brachte die bulgarische Frage auf die Tagesordnung der europäischen Diplomatie.

Am 20. April 1876 (nach altem Kalender; 2. Mai neuen Stils) begann in Koprivshtitsa der Aprilaufstand – vorzeitig, weil osmanische Polizei den örtlichen Komiteeführer Todor Kableschkow verhaften wollte. Organisiert hatte die Erhebung ein Revolutionskomitee im rumänischen Giurgiu; das Gebiet war in Revolutionsbezirke eingeteilt, unter anderem mit Zentren in Tarnovo, Sliven, Vratsa und Panagjurischte.

Die osmanischen Behörden schlugen den Aufstand bis Ende Mai gewaltsam nieder. Führende Köpfe wie Georgi Benkowski, Panajot Wolow und Ilarion Dragostinow kamen ums Leben, ebenso der Dichter Christo Botew, dessen aus Rumänien übergesetzte Freischar aufgerieben wurde. Laut Britannica töteten irreguläre Truppen bei Plowdiw etwa 15.000 Menschen; in Batak schätzten MacGahan und Schuyler die Zahl der Getöteten auf rund 5.000. Die Gesamtzahl der Opfer ist umstritten; Schätzungen reichen von unter 4.000 bis über 30.000.

Berichte des US-Korrespondenten Januarius MacGahan und des Diplomaten Eugene Schuyler machten die Gräuel in Westeuropa bekannt. Der britische Politiker William Gladstone veröffentlichte am 6. September 1876 die Schrift „Bulgarian Horrors and the Question of the East“. Es folgten die Konferenz von Konstantinopel und der Russisch-Türkische Krieg 1877/78, der zur Befreiung Bulgariens führte. In Bulgarien gilt der Aufstand bis heute als zentrales Ereignis der Nationalgeschichte.

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