Tod von Journalist Milen Zwetkow: Proteste gegen vorzeitige Haftentlassung des Fahrers
In Sofia und Warna wollen Bürger am Dienstagabend gegen die vorzeitige Entlassung des Fahrers protestieren, der 2020 den Tod des TV-Journalisten verursachte. Die Staatsanwaltschaft ficht die Entscheidung an.

Archivbild · Foto: Bin im Garten / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Vor dem Justizpalast in Sofia ist für Dienstag, 18 Uhr, ein Protest angekündigt. Initiiert hat ihn laut Actualno der Vater eines Mädchens, das ebenfalls bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Auch in Warna ist zur selben Zeit eine Kundgebung vor dem Bezirksgericht mit anschließendem Marsch zum Rathaus angemeldet, unterstützt von der Initiative „Engel der Straße“.
Das Stadtgericht Sofia hatte am 22. Oktober die bedingte vorzeitige Entlassung des 2023 rechtskräftig zu neun Jahren Haft verurteilten Fahrers verfügt. Er war am Ostersonntag 2020 auf dem Boulevard „Tscherni Wrah“ mit hoher Geschwindigkeit und unter Drogeneinfluss in das an einer roten Ampel stehende Auto des bekannten Fernsehjournalisten gerast. Nach Angaben des Obersten Kassationsgerichts fuhr er rund 99 km/h, erlaubt waren 50.
Die Stadtstaatsanwaltschaft Sofia hält die Besserung des Verurteilten für nicht ausreichend belegt und hat Protest beim Appellationsgericht eingelegt. Bis zu dessen Entscheidung bleibt der Mann laut Staatsanwaltschaft in Haft. Das Gericht hatte unter anderem auf seine Arbeit, Kurse und Therapieprogramme im Gefängnis verwiesen.
