„Poröser Anker“ verbindet schwer klebbare Materialien fest miteinander
Japanische Forscher erzeugen eine poröse Zwischenschicht einfach durch Beschichten und Trocknen. Sie verdoppelt die Haftfestigkeit – nützlich für leichte Fahrzeuge und flexible Elektronik.

Foto: Miyuki Meinaka / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das japanische National Institute for Materials Science (NIMS) hat ein Verfahren vorgestellt, mit dem sich schwer verbindbare Materialien fest zusammenfügen lassen. Der Forscher Shunto Arai entwickelte eine netzartige, poröse „Anker“-Schicht, die schlicht durch Auftragen einer Lösung und Trocknen entsteht. Ihre Poren reichen von Nanometern bis Mikrometern.
Eine Seite der Schicht bindet chemisch an das erste Material, die andere verzahnt sich mechanisch mit einem Polymer, das die Poren füllt. So werden Haftfestigkeiten von über 7 Megapascal erreicht, die Zugfestigkeit verdoppelt sich etwa. Das Verfahren erspart es, für jede Materialpaarung einen eigenen Klebstoff zu entwickeln oder Oberflächen aufzurauen.
Als Anwendungen nennt das Institut leichtere Fahrzeuge, flexible und tragbare Elektronik sowie Soft-Robotik. Derzeit arbeitet das Team an leitfähigen und hitzebeständigen Varianten. Die Ergebnisse erschienen im Fachblatt Small.
