Steinmeier in China: Licht „nicht unter den Scheffel stellen“ – Sorge um Handelsüberschuss
Bundespräsident Steinmeier hat seinen Staatsbesuch in China im VW-Entwicklungszentrum in Hefei begonnen. Er rät der Wirtschaft zu Selbstbewusstsein, nennt Chinas Handelsüberschuss aber besorgniserregend.

Archivbild · Foto: Kadellar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Staatsbesuch in China begonnen. Erste Station war das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Volkswagen in der Millionenstadt Hefei, wo der Konzern Fahrzeuge für den chinesischen Markt entwirft. Dort riet Steinmeier der deutschen Wirtschaft, im Umgang mit China auf die eigenen Stärken zu setzen. „Und deshalb rate ich uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen“, sagte er nach Angaben von dpa-AFX. Auch bei der Technologiezusammenarbeit gebe es Grund zur Zuversicht.
Zugleich äußerte Steinmeier Sorge über das wachsende Ungleichgewicht. „Der Handelsüberschuss, den China anhäuft, macht uns natürlich besorgt“, sagte er. Europa müsse sein wirtschaftliches Instrumentarium neu ordnen, die Zusammenarbeit solle aber weitergehen – zu beiderseitigem Nutzen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts exportierte China im vergangenen Jahr Waren für 170,6 Milliarden Euro nach Deutschland, umgekehrt waren es 81,3 Milliarden – ein Defizit von knapp 90 Milliarden Euro. VW-China-Chef Ralf Brandstätter sagte, in Hefei konzentriere man sich nur noch auf smarte Elektrofahrzeuge. Neue Modelle werden dort nach dpa-AFX-Angaben 30 Prozent schneller und bis zu 40 Prozent günstiger entwickelt.
Nach dpa-Angaben will Steinmeier am Donnerstag eine Grundsatzrede an der Peking-Universität halten, am Freitag sind Gespräche mit Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang geplant. Das Bundespräsidialamt betont, Ungleichgewichte im Handel müssten abgebaut werden. Steinmeier will China zudem dazu bewegen, seine Beziehungen zu Russland für ein Ende des Kriegs in der Ukraine zu nutzen. Parallel ist Bundeskanzler Friedrich Merz in Asien unterwegs; er hält heute in Singapur die „Singapore Lecture“.
