Bulgarien: Bulgargaz will Gaspreis-Sprung von 34 Prozent mit Speichergas abmildern
Der staatliche Versorger hatte für November 59,08 Euro je Megawattstunde beantragt. Mit zusätzlichem Gas aus dem Speicher Tschiren soll der Preis nun sinken. Der Regulierer entscheidet am 2. November.

Archivbild · Foto: Tourbillon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der bulgarische Staatsversorger Bulgargaz will seinen Antrag auf einen deutlich höheren Gaspreis für November nachbessern. Ursprünglich hatte das Unternehmen bei der Regulierungskommission für Energie und Wasser (KEWR) 59,08 Euro je Megawattstunde beantragt – 34 Prozent mehr als der für Oktober genehmigte Preis von 44,09 Euro. Netzentgelte, Verbrauchsteuer und Mehrwertsteuer kommen jeweils noch hinzu. Bei einer öffentlichen Anhörung am Mittwoch kündigte Bulgargaz-Chef Georgi Tatarski eine Korrektur an.
Bulgargaz habe an einer Ausschreibung für zusätzliche Entnahmen aus dem unterirdischen Speicher Tschiren teilgenommen, sagte Tatarski. Die Mengen seien erhöht worden, so könne man das ursprüngliche Angebot korrigieren. Der neue Antrag soll bis Monatsende eingereicht werden und laut Tatarski weiter rund 40 Euro unter den Preisen an der niederländischen Gasbörse TTF liegen.
KEWR-Chef Plamen Mladenowski sagte, 60 bis 70 Prozent des Preises hingen direkt an internationalen Notierungen, vor allem an der TTF; weder Regierung noch Regulierer könnten diese beeinflussen. Die europäischen Speicher seien vor dem Winter historisch leer, die Preise in Europa lägen elf- bis zwölfmal über denen in den USA. Er rief Bulgargaz auf, den Anstieg für Haushalte und Fernwärmeversorger abzufedern, und warnte vor mehr Zahlungsausfällen. Die endgültige Entscheidung fällt am 2. November in geschlossener Sitzung.
