Warnstreik an der Charité: Pflegekräfte protestieren vor dem neuen Abgeordnetenhaus
Verdi ruft die Beschäftigten der Charité heute erneut zum Warnstreik auf. Am Morgen ist eine Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus geplant, das sich neu konstituiert. Parallel läuft die Urabstimmung.

Archivbild · Foto: Minderbinder / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
An der Berliner Charité wird heute erneut gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zu einem Warnstreik aufgerufen. Von 9 bis 10 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Margot-Friedländer-Platz vor dem Abgeordnetenhaus geplant – an dem Tag, an dem das Landesparlament erstmals in neuer Zusammensetzung zusammenkommt. Die Streikenden erwarten von den Sondierungen über eine rot-grün-rote Koalition verbindliche Zusagen.
Im Kern geht es um den Entlastungstarifvertrag, der Personalschlüssel in der Pflege und einen Ausgleich bei Unterbesetzung regelt. Die Charité hatte ihn zum 31. August gekündigt, seit Juli wird verhandelt. Nach Verdi-Angaben will der Vorstand den Belastungsausgleich kürzen und die Personalbesetzung bei Operationen lockern; die Gewerkschaft sieht die Patientensicherheit gefährdet. Nach Verdi-Angaben gab es bislang mehr als zehn Warnstreiktage.
Parallel läuft seit Montag bis zum 5. November eine Urabstimmung über einen unbefristeten Erzwingungsstreik. Nötig ist die Zustimmung von mindestens 75 Prozent, das Ergebnis soll am 6. November vorgestellt werden. Bei früheren Warnstreiks hatte die Charité planbare Behandlungen abgesagt und die OP-Kapazitäten reduziert.
