„Virtue and a Sledgehammer“ im Test: Mit dem Vorschlaghammer durch die Heimatstadt
Das neue Erzählspiel der „Cosmic Wheel Sisterhood“-Macher ist seit gestern für PC erhältlich. Metacritic 79 – starke Story, dünnes Gameplay.
Foto: Pittigrilli / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Trailer: YouTube · DevolverDigital · youtube.com
Wertung der Kritik
Wertungen: Metacritic 79 · Finger Guns 8/10 · Retcon 3,5/5
- Plattformen
- PC (Steam)
- Studio
- Deconstructeam, Selkie Harbour
- Release
- 27.10.2026
+ Stärken
- Befreiende Zerstörung mit überzeugender Physik
- Bewegende Geschichte über Trauer, Familie und Menschsein
- Eigenwilliger Look und starker Synth-Soundtrack
- Kurz genug für einen Abend
– Schwächen
- Dünnes, auf Dauer eintöniges Gameplay
- Spätere Gegner eher lästig als fordernd
- Kein Rennen – Wege ziehen sich
- Wut der Hauptfigur zu wenig erklärt
Fazit der Kritik
Ein kurzes, kluges Erzählspiel mit starker Botschaft – spielerisch aber deutlich dünner als seine Geschichte.
Zusammenfassung veröffentlichter Tests – Quellen unten.
„Virtue and a Sledgehammer“ von Deconstructeam und Selkie Harbour ist am 27. Oktober bei Devolver Digital für PC (Steam) erschienen. Die Heldin Pratelle kehrt in ihre Heimatstadt zurück, in der fast alle Menschen, die sie kannte, digitalisiert wurden: Ihr Bewusstsein steckt nun in Roboterkörpern – ein Projekt ihrer Schwester. Mit einem Vorschlaghammer zertrümmert Pratelle Häuser und Maschinen und sammelt dabei Erinnerungsfragmente, die die Geschichte ihrer Familie erzählen. Die Spielzeit liegt laut den Tests bei drei bis fünf Stunden.
Bei Metacritic kommt das Spiel aus zehn Kritiken auf 79 Punkte, keine davon negativ. Finger Guns vergibt 8 von 10 Punkten und beschreibt es als „leicht beim Gameplay, schwer bei der Story“: Das Zerstören fühle sich befreiend an, die Erzählung über Trauer, Trauma und Gewalt treffe mitunter mit voller Wucht. Gelobt werden auch der Stil mit PSX-artigen Modellen und rotem Licht sowie der Synthesizer-Soundtrack. Steam Deck HQ hebt die Fragen nach den Grenzen der Technik und dem Wesen des Menschen hervor.
Einig sind sich die Tests bei der Schwäche: Das Spielprinzip bleibt simpel und wiederholt sich. Retcon (3,5 von 5) findet spätere Gegner eher nervig als fordernd und das ständige Zertrümmern vor dem Finale ermüdend; die spanische Seite Vandal bemängelt laut Metacritic, dass man nicht rennen kann. Steam Deck HQ vermisst zudem eine nachvollziehbare Begründung für Pratelles Wut. Wer vor allem Geschichten sucht, bekommt dennoch eines der eigenwilligsten Indie-Spiele des Herbstes.
