Gas in Europa so teuer wie seit 2022 nicht – Speicher nur zu 74,6 Prozent gefüllt
Der TTF-Preis ist seit Jahresbeginn um mehr als 230 Prozent gestiegen. In Bulgarien berät der Regulierer heute über 34 Prozent teureres Gas im November.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Der Erdgaspreis in Europa hat den höchsten Stand seit Dezember 2022 erreicht. Laut Euronews notierte der niederländische Referenzkontrakt TTF am Montag bei rund 96 Euro je Megawattstunde, zeitweise bei 97,64 Euro. Anfang Januar hatte der Preis bei etwa 28 Euro gelegen – ein Plus von rund 234 Prozent. Terminkontrakte für die Wintermonate kosten etwa 95 Euro, im vergangenen Winter waren es im Schnitt rund 36 Euro. Seit Mai ist kein Flüssiggas aus dem Nahen Osten mehr in der EU angekommen; im Januar 2027 tritt zudem das Importverbot für russisches LNG in Kraft.
Die Gasspeicher der EU waren am 24. Oktober nach Daten der Denkfabrik Bruegel zu 74,6 Prozent gefüllt, nach 82,9 Prozent ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Instituts IEEFA ist das der niedrigste Stand zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Tom Marzec-Manser vom Beratungsunternehmen Wood Mackenzie warnte, bei einem kalten Winter könnten die Füllstände noch tiefer fallen. Ana Maria Jaller-Makarewicz von IEEFA nannte eine geringere Nachfrage den „größten Hebel“, den Europa selbst in der Hand habe.
In Bulgarien berät die Energieregulierungsbehörde KEVR heute in öffentlicher Sitzung über den Antrag des Versorgers Bulgargaz, den Gaspreis für November um 34 Prozent von rund 44 auf 59 Euro je Megawattstunde anzuheben. KEVR-Chef Plamen Mladenowski sagte dem Sender BNT, dem Antrag werde in dieser Form nicht stattgegeben; eine Erhöhung werde es aber wohl geben, weil das Land sein gesamtes Gas importiere.
