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Lancet Countdown: Fast drei Millionen Hitzetote gehen auf den Klimawandel zurück

Der zehnte Bericht des Lancet Countdown unter Leitung des UCL und der WHO zeigt mehr Dürren und wachsende Hitzefolgen. Die Autoren fordern, die Klimakrise als globalen Gesundheitsnotstand anzuerkennen.

Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels wachsen schneller als die Reaktion der Welt darauf. Zu diesem Schluss kommt der zehnte Bericht des Lancet Countdown, erschienen in der Fachzeitschrift The Lancet. Federführend ist das University College London (UCL) gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation; beteiligt sind 146 Forschende aus mehr als 100 Institutionen. Nach Modellschätzungen der Autoren war Hitze zwischen 2016 und 2023 mit durchschnittlich rund 540.800 Todesfällen pro Jahr verbunden. 68 Prozent davon schreiben sie dem Klimawandel zu – nach 55 Prozent im Zeitraum 2006 bis 2015.

Für 2016 bis 2023 führt der Bericht insgesamt fast drei Millionen Hitzetote auf den Klimawandel zurück. Dabei handelt es sich um statistische Schätzungen, nicht um gezählte Fälle. Messdaten zeigen, dass 2025 auf 51,8 Prozent der Landfläche der Erde mindestens einen Monat lang extreme Dürre herrschte. Der Anteil der Flächen mit sehr starken Niederschlägen stieg von 14,8 auf 17,2 Prozent pro Jahr. Die Einkommensverluste durch hitzebedingt geringere Arbeitsleistung beziffern die Autoren für 2025 auf 1,07 Billionen US-Dollar.

Es gibt auch positive Trends: Die Investitionen in saubere Energie erreichten 2025 mit 2,1 Billionen Dollar einen Rekord und lagen deutlich über denen in fossile Brennstoffe. Sauberere Luft verhindert laut Bericht in mindestens 77 Ländern rund 323.000 Todesfälle pro Jahr. Die Entwicklung sei „ein Sprung, der als der globale Gesundheitsnotstand anerkannt werden muss, der er ist“, sagte Marina Romanello vom UCL, Exekutivdirektorin des Lancet Countdown.

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