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Antisemitismusbeauftragte: Wer antisemitisch redet, befürchtet „keine Konsequenzen mehr“

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein an. Die bisherige EU-Beauftragte warnt vor einer Lage, „wie es sie seit der Schoah wahrscheinlich nie gab“.

Katharina von Schnurbein ist seit diesem Mittwoch Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus. Die 52-jährige Politikwissenschaftlerin war zuvor Antisemitismusbeauftragte der EU-Kommission. Sie folgt auf Felix Klein, der das 2018 geschaffene und beim Bundesinnenministerium angesiedelte Amt acht Jahre lang innehatte und als Diplomat zur OECD nach Paris wechselt.

Im Interview mit der „Rheinischen Post“ zeichnete von Schnurbein ein düsteres Bild: „Wir sind an einer Stelle angelangt, wie es sie seit der Schoah wahrscheinlich nie gab.“ Wer heute antisemitische Aussagen mache, befürchte „keine Konsequenzen mehr“. Islamisten, Linke und Rechte könnten sich „auf Antizionismus und Antisemitismus einigen“; Judenhass komme aber auch aus der Mitte der Gesellschaft.

Ihr Wunsch sei Normalität für Jüdinnen und Juden in Deutschland – dass jüdische Kinder auf dem Schulhof nicht angefeindet werden, „Jude“ kein Schimpfwort ist und jüdische Schulen ohne Polizeischutz auskommen. Deutschland müsse zudem „europäischer Motor“ im Kampf gegen Antisemitismus werden. Jüdische Verbände hatten ihre Berufung einhellig begrüßt.

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