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Zugunglück bei Toledo: 68 Tote – Minister nennt Fahrbefehl „unerklärlich“

Ein AVE-Schnellzug ist bei Urda auf einen stehenden Iryo-Zug aufgefahren. Verkehrsminister Puente macht eine fehlerhafte Anweisung der Adif-Leitstelle verantwortlich. Die Zahl der Toten könnte steigen.

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Foto: Peter elektro / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · Associated Press · youtube.com

Beim schwersten Unglück im spanischen Hochgeschwindigkeitsverkehr seit 2013 sind am Mittwochmorgen mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Nahe Urda in der Provinz Toledo fuhr ein AVE-Zug der Renfe mit 397 Fahrgästen auf der Strecke Madrid–Sevilla auf einen stehenden Zug des Betreibers Iryo mit 147 Menschen an Bord auf. Zwei Wagen stürzten eine Böschung hinab. Laut ABC News wurden mindestens 15 Menschen schwer verletzt, mehr als 50 weitere kamen mit leichteren Verletzungen ins Krankenhaus. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern.

Verkehrsminister Óscar Puente nannte die Anweisung der Leitstelle des Netzbetreibers Adif in Madrid-Atocha „unerklärlich“. Gegen 8.30 Uhr sei das Zugsicherungssystem LZB auf einem 63 Kilometer langen Abschnitt ausgefallen. Um 8.36 Uhr habe der AVE trotz des vorausstehenden Zuges die Order zur Weiterfahrt erhalten – eigentlich mit höchstens 40 km/h. Nach Puentes Schätzung legte er jedoch rund 25 Kilometer mit mehr als 200 km/h zurück. Einen Rücktritt lehnte der Minister ab.

Die Guardia Civil ermittelt, das zuständige Gericht in Orgaz wurde verstärkt. Regionalpräsident Emiliano García-Page sagte: „Ganz Spanien trauert.“ Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich erschüttert. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde eingestellt. Erst im Januar waren bei Adamuz in der Provinz Córdoba bei einem Zugunglück mindestens 45 Menschen gestorben.

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