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Demenz: Ein zusätzliches Schuljahr senkt laut Studie das Risiko Jahrzehnte später

Eine britische Schulreform von 1972 diente Forschern als natürliches Experiment. Wer ein Jahr länger zur Schule ging, erhielt bis 65 seltener eine Demenzdiagnose – auch bei hohem genetischem Risiko.

Symbolbild: Klassenzimmer einer Schule in England

Symbolbild · Foto: Mertbiol / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)

Mehr Bildung in der Jugend kann laut einer neuen Studie das Demenzrisiko im Alter senken. Forscher um die Gesundheitsökonomin Silvia Barcellos von der University of Wisconsin–Madison und dem USC Schaeffer Institute nutzten dafür eine Schulreform in England, Schottland und Wales: 1972 wurde das Mindestalter für das Verlassen der Schule von 15 auf 16 Jahre angehoben. Wer am oder nach dem 1. September 1957 geboren wurde, musste ein Jahr länger bleiben. Die Studie erschien im Fachjournal PNAS; die US-Gesundheitsbehörde NIH stellte sie am 23. Oktober vor.

Ausgewertet wurden Daten von mehr als 100.000 Teilnehmenden der UK Biobank, darunter Krankenhausakten, Sterberegister und Angaben zur Krankengeschichte bis zum Alter von 65 Jahren. Die Reform erhöhte den Anteil derer, die bis 16 zur Schule gingen, um 14 Prozentpunkte. Menschen, die kurz nach dem Stichtag geboren wurden, erhielten seltener die Diagnose Alzheimer oder eine verwandte Demenz als jene, die kurz davor zur Welt kamen. Am deutlichsten war der Effekt bei Menschen mit genetischen Varianten, die das Alzheimer-Risiko erhöhen. Zudem stiegen die Haushaltseinkommen, Schlaganfälle und Herzinfarkte wurden seltener.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass Bildung selbst das Demenzrisiko Jahrzehnte später senken kann“, sagte Barcellos laut USC. Richard Hodes, Direktor des US-Instituts für Altersforschung, erklärte laut NIH, Veränderungen wie zusätzlicher Schulbesuch könnten ererbte Anfälligkeit ausgleichen. Die Autoren nennen Einschränkungen: Weil die Teilnehmenden höchstens 65 Jahre alt waren und Demenz in diesem Alter noch selten ist, sind die Schätzungen unpräzise. Welche Mechanismen den Effekt erklären, ist offen; ob er mit zunehmendem Alter wächst oder schrumpft, sollen weitere Auswertungen zeigen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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