Seouler Geheimdienst: Kim könnte in China Signal für Gespräche mit den USA gesendet haben
Nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes NIS hat Kim Jong Un bei seinem China-Besuch womöglich Pjöngjangs Haltung zu Gesprächen mit Washington übermittelt – kurz vor dem APEC-Gipfel.

Archivbild · Foto: The Presidential Press and Information Office / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat bei seinem jüngsten Besuch in China möglicherweise die Position seines Landes zu Gesprächen mit den USA übermittelt. Das geht nach Angaben zweier Abgeordneter aus einer nichtöffentlichen Sitzung des Geheimdienstausschusses in Seoul hervor, in der der Nachrichtendienst NIS am Donnerstag berichtete. Kim war bei der eintägigen Reise in die Grenzstadt Dandong mit Chinas ranghohem Politiker Wang Huning zusammengetroffen.
Als Indiz wertet der NIS, dass Kim von Diplomaten wie Außenministerin Choe Son Hui begleitet wurde und nicht von Militärs. China könne Kims Haltung zwar an die USA weitergeben, wolle aber offenbar nicht aktiv vermitteln. Bei den Bedingungen für einen Dialog lägen Washington und Pjöngjang noch auseinander; eine Wende vor oder nach dem APEC-Gipfel im chinesischen Shenzhen im November schließt der Dienst aber nicht aus.
US-Präsident Donald Trump wird zu dem Gipfel erwartet und hat Interesse an neuen Gesprächen mit Kim bekundet. Nach NIS-Einschätzung baut Pjöngjang zudem Kims Tochter Ju Ae schrittweise als wahrscheinliche Nachfolgerin auf.
