Angst vor Erdbeben: Wohnungskäufer in Istanbul meiden Altbauten im Zentrum
Immer mehr Käufer suchen Neubauten am Stadtrand statt alter Häuser in zentralen Vierteln. Die Zahl der Verkäufe gebrauchter Wohnungen in der Türkei sank um 9,2 Prozent.

Symbolbild · Foto: Magurale / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Auf dem Wohnungsmarkt in Istanbul verschiebt sich die Nachfrage vom Zentrum an den Stadtrand. Käufer meiden zunehmend ältere Gebäude in Vierteln wie Beşiktaş, Şişli und Kadıköy, wo ein großer Teil des Bestands 50 bis 60 Jahre alt ist. Das berichtete das bulgarische Portal Fakti.bg am 14. Oktober unter Berufung auf das türkische Fachmedium Ticarigm360. Gefragt sind demnach Neubauten in Gegenden wie Başakşehir, Bahçeşehir, Arnavutköy und Beylikdüzü auf der europäischen sowie Kartal, Pendik und Kurtköy auf der asiatischen Seite.
Zahlen des türkischen Statistikamts TÜİK zeigen eine Abkühlung. In den ersten acht Monaten 2026 sanken die Verkäufe gebrauchter Wohnungen in der gesamten Türkei um 9,2 Prozent auf 642.135, die Verkäufe von Neubauten um 1,4 Prozent auf 308.394. Eine Studie der türkischen Zentralbank vom Dezember 2025 ergab, dass Preise und Mieten in Vierteln mit hohem Erdbebenrisiko nach den Beben vom Februar 2023 langsamer stiegen. Dort werden Wohnungen in Gebäuden, die vor den Baunormen von 2007 errichtet wurden, mit deutlich höheren Abschlägen verkauft.
Neue Sorgen weckte der Teileinsturz eines siebenstöckigen Wohnhauses im Stadtteil Maltepe am 8. Oktober. Hinzu kommen Kosten nach dem Kauf für veraltete Leitungen, Aufzüge, Dächer und Fassaden sowie fehlende Parkplätze im Zentrum. Das Alter eines Gebäudes allein sei aber kein ausreichender Maßstab für seine Sicherheit, heißt es in dem Bericht. Konkrete Quadratmeterpreise oder Mieten für Istanbul nennt er nicht.
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