Krebs bei unter 50-Jährigen: Übergewicht erklärt den Anstieg nur zum Teil
Eine Auswertung englischer Registerdaten in „BMJ Oncology“ zeigt: Elf verhaltensbezogene Krebsarten nahmen bei Jüngeren zu. Die meisten bekannten Risikofaktoren haben sich aber nicht verschlechtert.

Symbolbild · Foto: Bill Branson (Photographer) / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Warum immer mehr Menschen unter 50 an Krebs erkranken, lässt sich nur teilweise erklären. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in der Fachzeitschrift „BMJ Oncology“, über die ScienceDaily am 14. Oktober berichtete. Das Team um Montserrat Garcia-Closas und Amy Berrington de Gonzalez wertete Daten des nationalen Krebsregisters Englands aus den Jahren 2001 bis 2019 für mehr als 20 Krebsarten aus. Verglichen wurden 20- bis 49-Jährige mit Menschen ab 50, abgeglichen mit nationalen Gesundheitsbefragungen zu Rauchen, Alkohol, Ernährung, Gewicht und Bewegung.
Laut den Ergebnissen nahmen bei Frauen unter 50 Jahren 16 von 22 Krebsarten signifikant zu, bei Männern 11 von 21. Elf verhaltensbezogene Krebsarten wurden bei Jüngeren häufiger, darunter Tumoren der Schilddrüse, der Leber, der Nieren, des Darms, der Bauchspeicheldrüse, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut. Übergewicht hängt mit zehn davon zusammen. Die übrigen Risikofaktoren blieben in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten aber stabil oder verbesserten sich: Der Verzehr von rotem Fleisch sank etwa um rund 7 Prozent. Mehr als 90 Prozent der Jüngeren aßen 2018 zu wenig Ballaststoffe.
Die Forschenden betonen, dass die absolute Krebslast bei Älteren weiterhin weit höher ist. Die Entwicklung spiegle vermutlich den „Nettoeffekt vieler Einflüsse, die in unterschiedliche Richtungen wirken“, und deute auf weitere Ursachen hin. Die Studie ist beobachtend und zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Sie umfasst nur England und berücksichtigt etwa die reproduktive Vorgeschichte, Einflüsse in früher Kindheit oder Veränderungen bei Früherkennung und Diagnostik nicht.
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