China und Nordkorea eröffnen neue Yalu-Brücke – zwölf Jahre nach Fertigstellung
Die vierspurige Brücke zwischen Dandong und Sinuiju wird mit einer gemeinsamen Zeremonie eröffnet. Sie gilt als Zeichen der Annäherung zwischen Peking und Pjöngjang.

Foto: Ajew / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
China und Nordkorea eröffnen am Donnerstag (15. Oktober) mit einer gemeinsamen Zeremonie die Neue Yalu-Brücke, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die vierspurige, 3.026 Meter lange Brücke verbindet das chinesische Dandong mit dem nordkoreanischen Sinuiju. China hatte seinen Teil bereits 2014 fertiggestellt, Nordkorea ließ seine Seite jedoch jahrelang unvollendet, nachdem sich die Beziehungen wegen Pekings Unterstützung für UN-Sanktionen gegen Pjöngjangs Atomprogramm verschlechtert hatten. Bisher lief der Güterverkehr über die Freundschaftsbrücke aus dem Jahr 1943.
Nach chinesischen Angaben kann der Übergang bis zu 20.000 Fahrzeuge und 50.000 Reisende pro Tag bewältigen. Der Handel zwischen beiden Ländern lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 1,51 Milliarden Dollar, ein Plus von 19,6 Prozent. Die Beziehungen haben sich zuletzt deutlich verbessert: Xi Jinping besuchte Pjöngjang im Juni, im März wurde der Personenzugverkehr nach sechs Jahren wieder aufgenommen. Der südkoreanische Experte Lim Eul-chul erwartet eine Entlastung des Handels, die Brücke werde aber „wahrscheinlich langfristig“ Kim Jong-uns Doktrin von „zwei feindlichen Staaten“ festigen und die innerkoreanische Annäherung bremsen.
