Berlin --:--Donnerstag, 15. Oktober 2026
LIVE
WeltNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Welt ·

Hormus: Iran setzt laut Reuters auf neue Taktik gegen Schiffe – vor der US-Wahl

Seit Sonntag wurden mindestens zehn Schiffe angegriffen, so viele wie nie seit Kriegsbeginn. Die Revolutionsgarden melden ein durch eine Mine versenktes Frachtschiff.

Symbolbild: US-Patrouillenboot und Containerschiff in der Straße von Hormus

Symbolbild · Foto: MC2 Indra Beaufort / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Iran setzt nach eigenen Angaben neue Taktiken gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus ein, um die Ölpreise hoch zu halten und die US-Zwischenwahlen am 3. November zu beeinflussen. Das sagten zwei ranghohe iranische Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters; einer sagte, die Taktik gelte seit etwa zehn Tagen. Laut CBS News wurden seit Sonntag mindestens zehn Schiffe in der Meerenge oder in ihrer Nähe angegriffen – der höchste Stand seit Kriegsbeginn. Im Oktober wurden bislang 23 Angriffe gezählt, fast doppelt so viele wie im Monatsschnitt.

Die Revolutionsgarden erklärten, ein Frachter mit 2.500 Containern sei nach dem Auflaufen auf eine Seemine gesunken – Iran meldete damit erstmals in diesem Krieg den Untergang eines Schiffes durch eine Mine. Unabhängig bestätigt war das zunächst nicht. Trump hatte im August erklärt, die Meerenge sei „vollständig geräumt“ von Minen. Nach Angaben des Unternehmens Vanguard sank das Containerschiff GFS Pride, das Schicksal des Tankers Alfonso war unklar. Das US-Zentralkommando meldete, es habe vergangene Woche im Golf von Oman eine mit Iran verbundene Dhau zerstört; die Besatzung sei zuvor „sicher“ von Bord gebracht worden.

Die Folgen sind auch in den USA spürbar. Die Inflation stieg im September auf 3,7 Prozent nach 3,4 Prozent im Vormonat, Energie verteuerte sich binnen eines Jahres um 20,4 Prozent. Benzin kostet im Schnitt 4,33 Dollar pro Gallone, vor dem Krieg waren es 2,98 Dollar. „Der Energieschock ist heute wirklich die Hauptnachricht“, sagte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, dem Sender Fox Business und machte Angriffe der Huthis auf saudische Ölanlagen verantwortlich. Die Ölsorte Brent kostete rund 105 Dollar je Barrel nach 98 Dollar am 30. September.

Mehr aus dem Ressort

← Welt