Russischer Großangriff auf Energieanlagen: Tote in Kiew und Luzk, 600.000 ohne Strom
Trotz der von Trump verkündeten „Energie-Waffenruhe“ beschoss Russland Kraftwerke in mehreren Regionen. Selenskyj beklagt, Partner hätten Kiew nicht vorgewarnt.

Symbolbild · Foto: State Emergency Service of Ukraine / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In der Nacht zum Mittwoch (14. Oktober) hat Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen angegriffen und dabei vor allem die Energieversorgung ins Visier genommen. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte Russland 39 ballistische Raketen und mehr als 120 Kampfdrohnen ein. Al Jazeera zählte landesweit mindestens neun Tote – in Kiew, in Luzk (drei Tote) sowie in den Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja. Im Kiewer Bezirk Desnjanskyj traf eine Rakete ein neunstöckiges Wohnhaus; dort wurden laut „Kyiv Independent“ 24 Menschen verletzt, darunter ein siebenjähriges Mädchen.
Selenskyj zufolge waren mindestens 600.000 Menschen ohne Strom, an mindestens 26 Energieanlagen und vier Objekten der Gas- und Ölbranche gebe es „erhebliche“ Schäden. Regierungschef Serhij Korezkyj sagte, alle drei Heizkraftwerke Kiews seien angegriffen worden. Selenskyj warf Russland vor, gegen die am Sonntag von US-Präsident Donald Trump verkündete „Energie-Waffenruhe“ zu verstoßen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe Energieanlagen und ein Rechenzentrum getroffen, das angeblich Aufklärungsdaten sammle.
„Erneut keine Frühwarnung von unseren Partnern“, schrieb Selenskyj. Die Raketen seien erst beim Anflug auf Kiew erkannt worden – was Fragen nach dem Austausch von Geheimdienstinformationen aufwirft. Russland meldete seinerseits den Abschuss von 902 ukrainischen Drohnen in der Nacht, 180 davon im Raum Moskau. Der Gouverneur der Region Saratow berichtete von einem Toten in Balakowo; die Sberbank erklärte, ihr dort angegriffenes Rechenzentrum arbeite normal.
