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Nach der Pike-Panne: Ohio streitet über Todesstrafe – Abschaffung oder neue Methoden

Zwei republikanische Abgeordnete ziehen gegensätzliche Schlüsse: Der eine will Hinrichtungen abschaffen, der andere Erschießung und Gas erlauben. Beide erwarten vorerst nichts.

Symbolbild: Das Ohio Statehouse, Sitz des Parlaments in Columbus

Symbolbild · Foto: JThorne / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee am 30. September hat auch in Ohio die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht. Dort sind Hinrichtungen seit 2019 ausgesetzt; im Juni hatte der republikanische Gouverneur Mike DeWine das Parlament aufgefordert, die Todesstrafe abzuschaffen. Im Landesparlament liegen zwei gegensätzliche Gesetzentwürfe: HB 72 sieht die Abschaffung vor, HB 36 würde alle Hinrichtungsmethoden zulassen, die der Oberste Gerichtshof der USA für zulässig hält – darunter Erschießungskommandos und Giftgas.

Der Republikaner Adam Mathews, Mitinitiator von HB 72, sagte, der Fall Pike sei ein weiterer Grund, dem Staat „diese ultimative Macht“ nicht anzuvertrauen; es gebe „eine parteiübergreifende Debatte“ über die enorme Macht des Staates. Sein Parteikollege Brian Stewart, Mitinitiator von HB 36, meint, Befürworter von Hinrichtungen seien angesichts der Probleme bei der Beschaffung von Giftmitteln „wahrscheinlich offen für andere Methoden“. Er kritisierte einen Gouverneur, der „entschlossen ist, die einstimmigen Urteile von Geschworenen in Ohio zu missachten“. Keiner der beiden erwartet, dass sein Entwurf in der verbleibenden Sitzungszeit bis Jahresende vorankommt; DeWine scheidet Ende 2026 aus dem Amt.

Nach Angaben des Death Penalty Information Center (DPI) war der Fall Pike die zweite gescheiterte Hinrichtung in Tennessee binnen weniger als fünf Monaten. Vor ihr hatten in der modernen US-Geschichte sieben Menschen gescheiterte Hinrichtungen überlebt, doch jeweils wurde abgebrochen, bevor Giftmittel verabreicht waren; Pike ist die Erste, die deren Verabreichung überlebte. Tennessees Gouverneur Bill Lee setzte alle Hinrichtungen für den Rest des Jahres 2026 aus. Pike war für den Mord an der 19-jährigen Colleen Slemmer im Januar 1995 auf dem Campus der University of Tennessee in Knoxville verurteilt worden.

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