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Kosmische Strahlung könnte bei Marsflügen dem Herzen schaden, zeigen Rattenversuche

Forscher aus Wisconsin simulieren kosmische Strahlung und Schwerelosigkeit. Narben am Herzen treten noch Monate nach der Bestrahlung auf.

Symbolbild: Sonnenuntergang über dem Gusev-Krater auf dem Mars, aufgenommen vom Rover Spirit

Symbolbild · Foto: NASA/JPL/Texas A&M/Cornell / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Kosmische Strahlung könnte bei einem langen Flug zum Mars das Herz und das Immunsystem von Astronauten schädigen. Das legt eine Studie des Medical College of Wisconsin nahe, die im Fachjournal PLoS One erschien. Die Forschenden bestrahlten Ratten mittleren Alters am Brookhaven National Laboratory mit Protonen und schweren Ionen wie Silizium und Eisen, um kosmische Strahlung nachzubilden. Schwerelosigkeit simulierten sie, indem die Hinterbeine der Tiere 30 Tage lang entlastet wurden. Danach wurden die Ratten etwa ein Jahr lang beobachtet – das entspricht rund 25 Menschenjahren.

Bei einer hohen Dosis von 1,5 Gray bildete sich um die Blutgefäße des Herzens Bindegewebe; nach 270 Tagen hatten sich die Narben verdoppelt und engten die Herzkranzgefäße ein. Laut dem Bericht ging dies vollständig auf die Strahlung zurück, nicht auf die Schwerelosigkeit. Bei einer niedrigeren Dosis, die einer dreijährigen Marsmission ähnelt, waren zunächst keine Narben sichtbar – nach einem Jahr hatten sie sich aber bei 83 Prozent der Tiere gebildet.

Monate nach der Bestrahlung hatte die Milz rund zwei Drittel ihrer natürlichen Killerzellen verloren, eines wichtigen Teils der Immunabwehr. In weißen Blutkörperchen fanden sich zudem dauerhafte Mutationen in Genen, die mit klonaler Hämatopoese in Verbindung stehen; diese kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Die Studie hat Grenzen: Die Strahlung wurde auf einmal statt dauerhaft verabreicht, und es wurden nur männliche Tiere untersucht.

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