Bericht „Notizbuch 2026“: Note 3,28 für Kinderpolitik in 15 Jahren
Das Nationale Kindernetzwerk sieht eine gesunkene Kindersterblichkeit, aber hartnäckige Armut: Über 30 Prozent der Kinder sind von Armut oder Ausgrenzung bedroht.

Symbolbild · Foto: U.S. Army photo by Spc. Dean Johnson / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Für den Umgang mit Kindern in den vergangenen 15 Jahren erhält der bulgarische Staat eine Durchschnittsnote von 3,28 – auf der bulgarischen Skala von 2 bis 6. Das zeigt der Bericht „Notizbuch 2026“ des Nationalen Kindernetzwerks, der im Sozialausschuss des Parlaments vorgestellt wurde. Beim Schutz vor Gewalt liegt die Note bei 3,35. Der Staat „kann viel mehr“, sagte Maria Brestnitschka vom Sekretariat des Netzwerks: Reformen wirkten zersplittert, die Fachsysteme sprächen nicht miteinander. In 15 Jahren sei die Zahl der Kinder um 80.000 gesunken.
Mehr als 30 Prozent der Kinder sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht; kinderreiche Familien sind sogar ärmer als Rentner. Die Kindersterblichkeit hat sich halbiert, doch ein in Rasgrad geborenes Kind hat ein sechsmal höheres Risiko, im ersten Lebensjahr zu sterben, als eines aus Sofia. Laut Donika Kolewa von der Stiftung Concordia berichtet jedes dritte Kind, Opfer von Gewalt oder Misshandlung geworden zu sein. Die Vorstandsvorsitzende des Netzwerks, Aleksandrina Dimitrowa, wertete die Schließung der großen Kinderheime als Erfolg – nur noch zwei sind übrig, in Plewen und Warna.
