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Niederlande: Keine Zwangsgelder mehr für langsame Asylentscheidungen

Der Senat beschließt, dass die Einwanderungsbehörde IND für verspätete Bescheide nicht mehr zahlen muss. Laut NL Times flossen bisher 112 Millionen Euro.

Titelgrafik: Niederlande: Keine Zwangsgelder mehr für langsame Asylentscheidungen

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Der niederländische Senat hat am Dienstag ein Gesetz gebilligt, nach dem Asylsuchende, die zu lange auf eine Entscheidung warten, bei Gericht keine Zwangsgelder von der Einwanderungsbehörde IND mehr verlangen können. Asylminister Bart van den Brink (CDA) will die Regel binnen einer Woche umsetzen. Bis September 2026 zahlte die IND laut NL Times 112 Millionen Euro für Wartezeiten über die vereinbarten sechs Monate hinaus; in den vergangenen Jahren gingen mehr als 200 solcher Anträge pro Arbeitstag ein.

Der Senat stimmte zudem einer Änderung zu, die die Inhaftierung abgelehnter Antragsteller erlaubt, damit sie „für die Abschiebung verfügbar bleiben“. Die Maßnahmen stammen aus einem Gesetzentwurf der früheren PVV-Ministerin Marjolein Faber, der zuvor im Senat gescheitert war. Van den Brink sprach von einer „riesigen Verbesserung“, IND-Direktorin Rhoda Maas sagte, die Zahlungen führten vor allem zu „erhöhtem Druck, hohen Kosten und unnötiger Arbeit“.

Nach Angaben von DutchNews betrifft das Gesetz auch reguläre Aufenthaltstitel – etwa für Hochqualifizierte, Studierende und Familienangehörige. Statt eines Zwangsgeldes kann ein Gericht künftig nur noch eine Frist für die Entscheidung setzen. Die Partei D66, die im April gegen das Asylpaket gestimmt hatte, unterstützte dieses Gesetz.

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