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Klimazustandsbericht: Sieben von 16 Vitalzeichen der Erde auf Rekordniveau

Forschende um William Ripple (Oregon State University) melden in BioScience Rekorde bei Treibhausgasen, Ozeanwärme und Meeresspiegel – aber auch rasant wachsende saubere Energie.

Symbolbild: Schmelzwasserseen auf dem grönländischen Eisschild, Satellitenaufnahme

Symbolbild · Foto: NASA Goddard Space Flight Center from Greenbelt, MD, USA / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Sieben von 16 „Vitalzeichen“ des Planeten haben Rekordwerte erreicht. Das steht im „2026 State of the Climate Report“, der am 14. Oktober im begutachteten Fachjournal BioScience erschienen ist (DOI: 10.1093/biosci/biag125). Leitautoren sind der Ökologe William Ripple von der Oregon State University und Christopher Wolf (Terrestrial Ecosystems Research Associates). Rekorde verzeichnen die Konzentrationen der drei wichtigsten Treibhausgase CO2, Methan und Lachgas, der Wärmeinhalt der Ozeane und der Meeresspiegel (Höchstwerte) sowie die Dicke der Gletscher und die Masse des grönländischen Eisschilds (Tiefstwerte). Ein Teil der Daten ist vorläufig.

Gemessen wurde, dass der CO2-Gehalt der Luft im Mai 2026 die Marke von 428 ppm überschritt – rund 50 Prozent über vorindustriellem Niveau. Laut Analyse hat sich die Erwärmung von etwa 0,19 Grad pro Jahrzehnt (1970–2010) auf etwa 0,36 Grad pro Jahrzehnt seit 2010 beschleunigt. Hält das Tempo an, erwarten die Autoren das Überschreiten der Zwei-Grad-Marke vor 2050 – eine Hochrechnung, keine Messung. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe stieg 2025 um 0,9 Prozent, energiebedingte CO2-Emissionen lagen erstmals über 41 Gigatonnen. Die Autoren warnen vor Kipppunkten wie der Abschwächung der Atlantikzirkulation AMOC.

Der Bericht nennt auch Fortschritte: 2025 erzeugten erneuerbare Energien erstmals seit mehr als einem Jahrhundert mehr Strom als Kohle, CO2-arme Quellen lieferten rund 43 Prozent des weltweiten Stroms. „Wir sehen Fortschritte, nur noch nicht in der nötigen Geschwindigkeit und Größenordnung“, sagt Ripple. Wolf spricht von einem möglichen „Zeitalter der Elektrizität“. Nico Wunderling vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der nicht beteiligt war, nennt das Tempo der Lösungen „besonders ermutigend“, die negativen Trends müssten aber genau beobachtet werden.

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