Krankenkasse 2027: Durchschnittlicher Zusatzbeitrag soll bei 2,9 Prozent bleiben
Der Schätzerkreis rechnet mit einem unveränderten durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Jede Kasse legt ihren Satz aber selbst fest – tatsächlich erheben sie im Schnitt schon über 3 Prozent.

Archivbild · Foto: Dr. Frank Gaeth / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Für Millionen gesetzlich Versicherte dürften die Kassenbeiträge 2027 im Schnitt nicht steigen. Der Schätzerkreis aus Fachleuten des Gesundheitsministeriums, des Bundesamts für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbands tagte am 13. und 14. Oktober. Nach Angaben des Bundesamts ergibt sich für 2027 ein rechnerischer durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz von „unverändert 2,9 Prozent“, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Reuters berichtete. Jede Kasse legt ihren Satz jedoch selbst fest, die tatsächlichen Beiträge können also abweichen.
Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) erklärte, die Ausgaben der Kassen würden 2027 deutlich weniger steigen als 2026. Er führte das vor allem auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zurück, das die Kassen um bis zu 15 Milliarden Euro entlasten soll. Die Lage bleibe aber angespannt, man müsse die „strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen“. Laut ms-aktuell.de erhoben die Kassen Ende Juni tatsächlich im Schnitt 3,13 Prozent; ihre Reserven von rund 7,5 Milliarden Euro lagen nahe der gesetzlichen Mindestgrenze.
Das Gesundheitsministerium muss den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bis zum 1. November offiziell festlegen. Die konkreten Sätze der einzelnen Kassen können zum Januar 2027 steigen, gleich bleiben oder sinken. Erhöht eine Kasse, haben Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Beschäftigte zahlen in der Regel die Hälfte des Zusatzbeitrags, zusätzlich zum allgemeinen Satz von 14,6 Prozent. Die Kassen reagierten verhalten: AOK-Chefin Carola Reimann bezweifelt laut ms-aktuell.de, dass die geplanten Änderungen die Finanzierung dauerhaft stabilisieren.
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