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Kniearthrose: Katheter-Eingriff lindert Schmerzen in Charité-Studie ein Jahr lang

Ärzte der Berliner Charité behandelten 194 Patienten, indem sie kleine Arterien im Knie verschlossen. Die Schmerzen gingen anhaltend zurück – eine Kontrollgruppe gab es aber nicht.

Das Bettenhochhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Foto: INTERRAILS / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Menschen mit Kniearthrose, denen Physiotherapie, Medikamente und Spritzen nicht helfen, könnten künftig eine weitere Option haben. Ein Team um Florian Nima Fleckenstein von der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchte die sogenannte Embolisation der Kniegelenksarterien. Dabei werden über einen dünnen Katheter unter Röntgenkontrolle Gelatine-Partikel in kleine Arterien am Knie eingebracht, die sich innerhalb von Stunden auflösen. Ein Schnitt ist nicht nötig. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Radiology“, ScienceDaily berichtete am 14. Oktober.

Teilgenommen haben 194 Patientinnen und Patienten mit einem mittleren Alter von 69 Jahren, bei denen eine konventionelle Behandlung über mindestens drei Monate nicht geholfen hatte. Alle 239 Eingriffe waren technisch erfolgreich. Schwere Komplikationen traten nicht auf, bei 6,7 Prozent der Eingriffe kam es zu leichten, vorübergehenden Folgen wie Hautverfärbungen. Der mittlere Schmerzwert auf einer Skala von 0 bis 10 sank von 7 auf 3 und blieb nach zwölf Monaten dort. Laut den Autoren erreichten 80 Prozent derjenigen, die nach einem Jahr noch befragt wurden, eine klinisch bedeutsame Besserung.

„Damit können wir mit echter Zuversicht über Sicherheit und Wirksamkeit sprechen“, sagte Fleckenstein. Die Studie lief allerdings nur an einem Zentrum und ohne Kontrollgruppe, daher lässt sich nicht sagen, wie viel der Besserung auf den Eingriff selbst zurückgeht. Eine randomisierte Studie aus dem Jahr 2026 mit 58 Patienten fand keinen signifikanten Unterschied zu einem Schein-Eingriff. Die US-Fachgesellschaft für interventionelle Radiologie befürwortet das Verfahren nur für sorgfältig ausgewählte Patienten und fordert weitere Studien.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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