Studie: Weniger als 42 Minuten helles Tageslicht am Tag geht mit mehr Demenz einher
Eine Studie mit fast 88.000 Erwachsenen verknüpft wenig helles Tageslicht mit einem höheren Demenzrisiko. Ursache und Wirkung belegt sie nicht.

Symbolbild · Foto: User:Benfoss99 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Wer tagsüber wenig helles Licht abbekommt, erkrankt laut einer großen Kohortenstudie häufiger an Demenz. Ein Team um Hongliang Feng von der Medizinischen Universität Guangzhou in China wertete Daten von 87.577 Erwachsenen aus, die Sensoren am Handgelenk trugen; diese maßen die Lichtmenge am Tag und in der Nacht. Im Mittel wurden die Teilnehmenden 8,1 Jahre lang beobachtet, 741 von ihnen erkrankten in dieser Zeit an Demenz. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „General Psychiatry“, berichtete der Wissenschaftsdienst ScienceDaily am 29. Oktober 2026 unter Berufung auf den Verlag Wiley.
Lag die durchschnittliche Helligkeit am Tag über 1000 Lux – das entspricht laut der Mitteilung etwa einem bedeckten Tag im Freien –, war das Demenzrisiko um 16 Prozent geringer. Mehr Zeit in noch hellerem Licht von mindestens 5000 Lux ging mit einem weiter sinkenden Risiko einher. Weniger als 0,7 Stunden, also 42 Minuten, helles Tageslicht pro Tag sagte eine Demenz laut den Autoren stärker voraus als sechs etablierte Risikofaktoren. Für Licht in der Nacht fanden die Forschenden dagegen keinen statistisch bedeutsamen Zusammenhang.
Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang, belegen aber nicht, dass mehr Tageslicht eine Demenz direkt verhindert, heißt es in der Mitteilung. „Tageslicht könnte als neuartiger Indikator für das Demenzrisiko dienen“, sagte Feng. Welche sechs Risikofaktoren zum Vergleich herangezogen wurden, nennt die Zusammenfassung nicht. Wer Fragen zum eigenen Risiko hat, sollte sich ärztlich beraten lassen.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
