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Jørgensen: Energie reicht für den Winter, doch viele Europäer können kaum zahlen

Der EU-Energiekommissar erwartet keine Lieferengpässe, warnt aber vor einem harten Winter: Rund 50 Millionen Europäer können ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen.

Die Europäische Union rechnet im kommenden Winter nicht mit Energieknappheit, doch die hohen Preise werden Haushalte und Unternehmen weiter belasten. Das sagte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen am Donnerstag am Rande eines Treffens der EU-Energieminister in Luxemburg. „Wir erwarten kein Problem mit der Versorgungssicherheit als solches“, sagte er, fügte aber hinzu, dass dies für Haushalte in Not womöglich keine Rolle spiele. Nach seinen Worten können derzeit rund 50 Millionen Europäer ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen, und ihre Zahl könnte steigen.

Jørgensen betonte, die EU sei besser aufgestellt als 2022: Sie verbrauche 18 Prozent weniger Gas, und das Gas, das früher zu 45 Prozent aus Russland kam, stamme heute von mehreren Lieferanten. Die Gasspeicher sind zu Beginn der Heizperiode allerdings nur zu rund 75 Prozent gefüllt, nach 83 Prozent vor einem Jahr. Am 28. Oktober erreichte der Großhandelspreis für Gas kurzzeitig 100 Euro je Megawattstunde – erstmals seit Dezember 2022. Die Krise sei auch deshalb schwerer, weil sie Öl und Ölprodukte betreffe, so der Kommissar; zwölf Staaten bekräftigten die beschleunigte Freigabe von 42,6 Millionen Barrel aus strategischen Reserven bis Ende Januar 2027.

Jørgensen forderte die Mitgliedstaaten auf, Hilfen für fossile Brennstoffe gezielt und befristet zu gestalten und die Abhängigkeit davon so schnell wie möglich zu verringern – mit mehr erneuerbaren Energien, Wärmepumpen und Elektroautos. Die schwedische Energieministerin Ebba Busch sprach von der „zweiten Energiekrise in vier Jahren“. Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Polen, Italien und die Slowakei legten bei dem Treffen ein Positionspapier vor, in dem sie eine langfristige EU-Strategie zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der Raffinerien verlangen.

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