Zugunglück bei Toledo: 69 Tote – Opposition will Sánchez vor das Parlament holen
Die Ermittler schließen keine Ursache für den Zusammenstoß bei Urda aus. Verkehrsminister Puente muss am 3. November Rede und Antwort stehen, die Volkspartei sieht auch Regierungschef Sánchez in der Pflicht.
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Die Zahl der Toten beim Zugunglück bei Urda in der Provinz Toledo liegt bei 69, mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Die unabhängige Untersuchungsbehörde für Verkehrsunfälle AITAT stufte das Unglück als „schwer“ ein und erklärte, alle Ermittlungsansätze blieben offen. Nach ihren Angaben fuhr ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug mit 379 Reisenden und sieben Besatzungsmitgliedern auf einen stehenden Iryo-Zug mit 147 Fahrgästen auf; seine Geschwindigkeit wird auf 160 bis 200 km/h geschätzt. Die genaue Geschwindigkeit soll erst die Auswertung des Fahrtenschreibers zeigen, Lokführer und Fahrdienstleiter sind bislang nicht vernehmungsfähig.
Verkehrsminister Óscar Puente will sich am Dienstag, 3. November, auf eigenen Wunsch vor der Ständigen Deputation des Kongresses äußern. Die Volkspartei (PP) verlangt zusätzlich einen dringenden Auftritt von Ministerpräsident Pedro Sánchez. „Die Verantwortung endet nicht bei Óscar Puente. Sánchez hat ihn ernannt und hält ihn im Amt“, schrieb die PP-Fraktion. Parteichef Alberto Núñez Feijóo sagte, politische Verantwortung sei „nicht optional“. Auch die baskische PNV, ein Partner der Regierung, forderte, „technische und politische Verantwortung auf höchster Ebene“ zu übernehmen. Vox hat Strafanzeige gegen den Minister gestellt.
Das Unglück fällt in die Zeit einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl am 29. November. In einer Umfrage der Zeitung El Mundo vom 26. Oktober lag die PP mit 30,6 Prozent vor den Sozialisten (PSOE) mit 26,1 und Vox mit 19,9 Prozent. Sánchez versprach, „jedes Detail“ aufzuklären, und nannte es inakzeptabel, dass ein Land wie Spanien zwei Unglücke mit Hochgeschwindigkeitszügen in einem Jahr erleide. Spanien hält bis Samstag eine dreitägige Staatstrauer ab.
