Berlin --:--Freitag, 30. Oktober 2026
LIVE
WirtschaftNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Wirtschaft ·

EZB lässt Leitzins bei 2,5 Prozent – Märkte setzen auf Erhöhung im Dezember

Die Notenbank hält still, warnt aber vor steigenden Energiepreisen. Ökonomen rechnen mit einer Zinserhöhung im Dezember. Frankreichs Anleiherenditen bereiten Sorgen.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: Norbert Nagel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · Bloomberg Television · youtube.com

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen am Donnerstag unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2,5 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Zuvor hatte die Notenbank die Zinsen in diesem Jahr zweimal angehoben, zuletzt im September um 0,25 Prozentpunkte – wegen der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Nach Angaben von EZB-Präsidentin Christine Lagarde fiel die Entscheidung einstimmig.

Die Energiepreise seien weiter gestiegen, was Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum berge, erklärte die EZB. Die Inflation im Euroraum war im September auf 3,8 Prozent gestiegen – fast doppelt so hoch wie das Ziel von 2 Prozent. Lagarde sagte, der Rat habe über eine weitere Erhöhung beraten, sie aber nicht für nötig gehalten; über den Dezember werde auf Grundlage der Daten entschieden. Laut einer Reuters-Umfrage erwartet die Mehrheit der Ökonomen eine Zinserhöhung im Dezember.

Sorgen bereitet auch Frankreich: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen lag am Donnerstag bei rund 5 Prozent, der Aufschlag gegenüber deutschen Papieren bei etwa 155 Basispunkten. Lagarde sagte, die Lösung liege in erster Linie in der Haushaltspolitik Frankreichs selbst. Die EZB stellte zudem fest, dass sich die Finanzierungsbedingungen seit der letzten Sitzung verschärft hätten; die Wirtschaftsstimmung im Euroraum sank laut EU-Kommission im Oktober auf 96,9 Punkte. Lagarde hatte am selben Tag angekündigt, ihr Amt vorzeitig am 7. Februar 2027 abzugeben.

Mehr aus dem Ressort

← Wirtschaft