Größter Krypto-Hack der Geschichte? Angreifer räumen Milliarden bei Binance ab
Hacker haben in der Nacht Wallets der weltgrößten Kryptobörse geplündert. Analysten schätzen den Schaden auf bis zu 6 Milliarden Dollar, rund 3 Milliarden sind eingefroren. Auszahlungen sind gestoppt.

Symbolbild · Foto: Bretwa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Kryptobörse Binance ist Opfer eines Hackerangriffs geworden, der nach Einschätzung von Fachleuten der größte der Kryptogeschichte sein dürfte. Angreifer leiteten in der Nacht zum Freitag Kryptowerte aus sogenannten Hot Wallets ab, also mit dem Internet verbundenen Börsenkonten. Das Analyseunternehmen Chainalysis schätzte die Summe zum Zeitpunkt des Diebstahls auf rund 5,9 Milliarden Dollar, Beobachter sprachen von bis zu 6,3 Milliarden. Den bisherigen Rekord hielt der Hack der Börse Bybit im Februar 2025 mit rund 1,5 Milliarden Dollar, der nordkoreanischen Hackern zugeschrieben wurde.
Ein großer Teil der Beute ist blockiert: Binance zufolge wurden mehr als 2,5 Milliarden Dollar eingefroren. Tether sperrte nach Angaben seines Chefs Paolo Ardoino rund 1,6 Milliarden Dollar in USDT, Circle mehr als 800 Millionen in USDC. Binance-Gründer Changpeng Zhao schätzte, die Verluste könnten etwas über einer Milliarde Dollar liegen. Binance setzte Auszahlungen aus und erklärte, Kundengelder seien völlig sicher; das Unternehmen werde alle Verluste ersetzen.
Nach Angaben von Binance begann der Angriff mit dem kompromittierten Laptop eines Mitarbeiters; Hinweise auf gestohlene private Wallet-Schlüssel gebe es nicht. Co-Chefin Yi He stellte laut Branchenportal CoinGape die Wiederaufnahme der Auszahlungen binnen 48 Stunden in Aussicht. Der Markt reagierte nervös: Laut AFP fielen Bitcoin zeitweise um fast 5, Ether um fast 6 und Binances eigener Token BNB um fast 10 Prozent. Wer hinter dem Angriff steckt, ist offen.
