UN-Klimasekretariat: Neue Klimapläne senken Emissionen bis 2035 nur um 6 bis 9 Prozent
Die Zusagen von 154 Staaten reichen laut NDC-Synthesebericht bei Weitem nicht für die Pariser Ziele. Für 1,5 Grad wären rund 60 Prozent weniger als 2019 nötig.

Archivbild · Foto: Press Information Department / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das UN-Klimasekretariat (UNFCCC) hat vor der Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei seinen Synthesebericht zu den nationalen Klimaplänen (NDCs) vorgelegt. Ausgewertet wurden die Zusagen von 154 Staaten; sie decken 71 Prozent der weltweiten Emissionen ab. Werden die bedingungslosen Zusagen umgesetzt, sinken die globalen Treibhausgasemissionen bis 2035 um rund 6 Prozent, mit den an Bedingungen geknüpften Zielen um etwa 9 Prozent. Die vorherige UN-Schätzung aus dem Jahr 2025 hatte bei rund 10 Prozent gelegen.
Zum Vergleich: Um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten die Emissionen bis 2035 um etwa 60 Prozent gegenüber 2019 sinken. Die Erde hat sich bereits um rund 1,4 Grad erwärmt. Die Zahlen des Berichts sind eine Hochrechnung der Zusagen, keine gemessenen Emissionen – ob die Staaten ihre Pläne umsetzen, ist offen. Der Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms (UNEP) vom 21. Oktober errechnet in Modellszenarien bei derzeitiger Politik 2,8 Grad Erwärmung in diesem Jahrhundert, bei voller Umsetzung aller NDCs 2,6 Grad.
Zudem nennen die UN neue Zahlen zur Klimafinanzierung: Demnach erreichte die weltweite Klimafinanzierung in den Jahren 2023 und 2024 im Schnitt 1,9 Billionen Dollar pro Jahr – 32 Prozent mehr als 2021 und 2022. UN-Klimachef Simon Stiell sagte, der Fokus der COP31 auf praktische Maßnahmen könne helfen, zentrale Lücken zu schließen.
