Magdeburg: AfD will Zuschuss für das „Theater des Jahres“ deutlich kürzen
Die AfD-Fraktion im Stadtrat stellt die Förderung des Theaters Magdeburg infrage. Die Theaterleitung warnt vor der Schließung ganzer Sparten, die Linke spricht von „Kultur-Kahlschlaghammer-Politik“.

Symbolbild · Foto: AndreasDrabe / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die AfD-Fraktion im Magdeburger Stadtrat will den jährlichen Zuschuss für das Theater Magdeburg deutlich senken. Nach ihrer Rechnung kostet das Haus die Steuerzahler jährlich 37 Millionen Euro, während es selbst rund vier Millionen Euro einnimmt. Ziel sei nicht die Schließung, sondern die Prüfung, ob die Stadt alle Angebote mit eigenen vollständigen Strukturen produzieren müsse. Der Antrag soll in der Stadtratssitzung Anfang November beraten werden.
Die Verwaltungsdirektorin des Theaters, Bettina Pesch, warnte: „Strukturelle Kürzungen würden unweigerlich die Schließung ganzer Sparten bedeuten.“ Einsparungen in dieser Größenordnung seien ohne massiven Personalabbau nicht möglich. Das Theater war 2025 zum „Theater des Jahres“ gewählt worden; der laufende Vertrag mit dem Land gilt nach Angaben der Staatskanzlei bis Ende 2028.
Der Linke-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Noah Biswanger, nannte den Antrag ein „Sinnbild ihrer Kultur-Kahlschlaghammer-Politik“. Die Fraktion SPD/Tierschutzallianz/Volt sieht das Haus in seiner Existenz gefährdet, die Gartenpartei lehnt Kürzungen bei Kultur und Sport ab. Hintergrund ist eine Lücke von 47 Millionen Euro im Haushaltsentwurf der Stadt: Am 5. November entscheidet der Stadtrat über ein Konsolidierungskonzept, am 7. Dezember über den Haushalt 2027. Frühere AfD-Vorstöße zur Kulturförderung in Stadtrat und Landtag waren abgelehnt worden.
