AfD-Leak: Mails werfen Fragen zu Frohnmaiers Kontakten zum Assad-Regime auf
Laut ZDF leiteten Mitarbeiter Verschlusssachen an Frohnmaiers private Adresse weiter, 2018 traf er Syriens UN-Botschafter. Eine Weitergabe belegen die Mails nicht, Frohnmaier weist die Vorwürfe zurück.

Symbolbild · Foto: Jörg Braukmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Geleakte E-Mails aus der AfD werfen nach Recherchen des ZDF Fragen zum Umgang des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier mit vertraulichen Informationen auf. Demnach leiteten Mitarbeiter 2018 regelmäßig als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Dokumente an seine private AOL-Adresse weiter, darunter Unterrichtungen des Verteidigungsministeriums zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Nach Auskunft der Bundestagsverwaltung darf dafür nur zugelassene, dienstlich verwaltete Technik genutzt werden; ein Verstoß könne strafrechtlich relevant sein. Frohnmaier ist stellvertretender Fraktionschef und seit Mitte 2025 außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion.
Laut den Mails traf Frohnmaier am 15. Juli 2018 in New York den damaligen syrischen UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari. Wenige Tage später schrieb er an die syrische UN-Vertretung, seine Mitarbeiter sammelten Informationen zum „Cash for Work“-Programm, die er zusenden werde; im November 2018 folgte eine Kleine Anfrage mit 17 Fragen zu dem Programm. Ob tatsächlich Informationen weitergegeben wurden, geht aus der bruchstückhaften Korrespondenz nach ZDF-Angaben nicht hervor.
Frohnmaier räumte über seinen Anwalt ein, dass Büromitarbeiter Eingänge pauschal an sein privates Konto weitergeleitet hätten; Unbefugte hätten keinen Zugriff gehabt, die Praxis werde nicht mehr betrieben. Er bestätigte ein einmaliges Treffen mit dem Botschafter, bei dem keine Geheimnisse offenbart worden seien, und wies zurück, Informationen für fremde Staaten gesammelt oder Gegenleistungen erhalten zu haben. Die AfD hatte im September einen Hackerangriff gemeldet; nach der Veröffentlichung der Mails kündigte sie an, „lückenlos“ aufklären zu wollen, wie es dazu kommen konnte.
