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Deutschlandtag in Bonn: Junge Union empfängt einen Kanzler unter Druck

Heute Abend eröffnet JU-Chef Winkel das Treffen des Unionsnachwuchses in Bonn, danach spricht Wüst. Merz tritt am Samstag auf, Söder am Sonntag – die Erwartungen an den Kanzler sind hoch.

Symbolbild: World Conference Center Bonn (2017)

Symbolbild · Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Junge Union (JU) kommt von Freitag bis Sonntag zu ihrem Deutschlandtag im World Conference Center Bonn zusammen. Eröffnet wird das Treffen am Freitagabend um 19 Uhr vom JU-Bundesvorsitzenden Johannes Winkel, danach spricht Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) tritt am Samstag auf, ebenso Digitalminister Karsten Wildberger; CSU-Chef Markus Söder spricht am Sonntag. Die JU ist die gemeinsame Nachwuchsorganisation von CDU und CSU und hat nach dpa-Angaben rund 90.000 Mitglieder. Auf dem Programm stehen auch die Wahl des Bundesvorstands und ein Leitantrag, der Deutschland zum „KI-Anwendungsweltmeister“ machen soll.

Für Merz ist der Auftritt heikel. Sein Besuch beim Deutschlandtag im vergangenen Jahr verlief schlecht: Damals stellte sich die JU gegen das Rentenpaket der Regierung, das den Bundestag später nur knapp passierte. Seit den Niederlagen der Union bei den Landtagswahlen im September und schwachen Umfragewerten hat der Kanzler laut dpa in seiner Partei an Autorität verloren; Söder und Wüst gelten als aussichtsreichste mögliche Nachfolger. Einen Kanzlerwechsel sieht das Portal Table.Briefings derzeit allerdings nicht auf der Tagesordnung.

Der stellvertretende JU-Vorsitzende und Chef der Jungen Gruppe im Bundestag, Pascal Reddig, spricht von einer „Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise“ und fordert: „Wir müssen jetzt mal konkret werden.“ Die JU verlangt, die Ergebnisse der Rentenkommission vollständig umzusetzen – ausdrücklich auch bei der „Rente mit 63“ – sowie ein Steuerkonzept, bei dem es „einen Unterschied macht, ob man arbeitet oder nicht“. Nach Angaben von Table.Briefings kursiert in CDU-Kreisen zudem ein Papier, das auf Basis aktueller Umfragen ein Schrumpfen der Unionsfraktion von 208 auf 142 Sitze errechnet; seine Aussagekraft gilt als begrenzt.

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