Proben vom Marsmond: Japans Sonde MMX soll am Montag zum Phobos starten
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA will erstmals Material vom Marsmond Phobos zur Erde holen. Die NASA stellte ihre Beiträge vor, Frankreich und Deutschland liefern den Rover Idefix.

Foto: Andrea Luck / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA steht kurz vor dem Start ihrer Mission Martian Moons eXploration (MMX). Eine H3-Rakete soll die Sonde am 20. Oktober um 4:41 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Tanegashima ins All bringen – in Deutschland ist das Montag, der 19. Oktober, um 21:41 Uhr. Laut ESA ist MMX die erste Mission, die eine Probe vom Marsmond Phobos einsammeln soll. Die Sonde soll im August 2027 den Mars erreichen und im September 2027 in eine Umlaufbahn um Phobos einschwenken. Die Probenentnahme ist für frühestens Dezember 2028 geplant, die Rückkehr der Kapsel nach Südaustralien für 2031.
In einer Telefonkonferenz vor dem Start erläuterte die NASA ihre Beiträge. Das Instrument MEGANE vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University soll mit Gamma- und Neutronenspektroskopie kartieren, aus welchen Elementen Phobos besteht. Der Probensammler P-Sampler von Honeybee Robotics, einer Firma von Blue Origin, sitzt an einem Landebein und wirbelt lockeres Oberflächenmaterial mit einem kurzen Stoß aus reinem Stickstoff auf. Die NASA unterstützt die Mission zudem über ihr Deep Space Network, finanziert zehn US-Forschende im Wissenschaftsteam und erhält mindestens 15 Prozent der Proben. Programmwissenschaftler Tom Statler sagte, man werde bestimmen können, ob das Phobos-Material eher zu einer Asteroiden-Zusammensetzung passt.
Europa ist ebenfalls an Bord: Die französische Raumfahrtagentur CNES hat zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den kleinen Rover Idefix gebaut, der auf Phobos fahren soll. Außerdem steuert Frankreich das abbildende Spektrometer MIRS bei und half bei der Planung der Flugbahn. Die Herkunft der beiden Marsmonde Phobos und Deimos ist bis heute umstritten: Sie könnten eingefangene Asteroiden sein oder aus Trümmern eines großen Einschlags auf dem Mars entstanden sein. Die Proben sollen diese Frage klären helfen.
