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Nature-Blindtest: Satelliten finden Methan-Lecks verlässlich

Stanford-Forschende ließen 2025 fast 500-mal gezielt Methan ab. Spezialsatelliten entdeckten 92 bis 100 Prozent der Freisetzungen – ein Werkzeug, um Lecks des starken Treibhausgases zu stopfen.

Titelgrafik: Nature-Blindtest: Satelliten finden Methan-Lecks verlässlich

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Methan ist nach CO2 das zweitwichtigste vom Menschen freigesetzte Treibhausgas, ein großer Teil entweicht aus Anlagen der Öl- und Gasindustrie. Ob Satelliten solche Lecks zuverlässig finden, war lange umstritten. Ein Team um die Doktorandin Frances Reuland und Professor Adam Brandt von der Stanford University hat das in einem einjährigen Blindtest geprüft, veröffentlicht am 14. Oktober in „Nature“. Auf einem Versuchsgelände in Casa Grande (Arizona) wurde 2025 insgesamt 481-mal gezielt Methan freigesetzt, zwischen 9,5 und rund 1184 Kilogramm pro Stunde, abgestimmt auf Überflüge von zwölf Satelliten. Dazu kamen 265 Überflüge ohne Freisetzung als Kontrolle; 15 Auswerteteams aus neun Ländern wussten nicht, wann Gas strömte.

Speziell für Methan gebaute Instrumente erkannten bei klarem Himmel 92 bis 100 Prozent der Freisetzungen, bei 0 bis 11 Prozent Fehlalarmen. Umfunktionierte Instrumente wie der deutsche Satellit EnMAP kamen auf 62 bis 88 Prozent, allgemeine Landbeobachtungssatelliten nur auf 29 bis 37 Prozent. Die meisten Mengenschätzungen lagen um bis zu 50 Prozent daneben, die mittlere Abweichung betrug rund 44 bis 46 Prozent; Über- und Unterschätzungen glichen sich im Schnitt aber weitgehend aus. Unter idealen Bedingungen liegt die Nachweisgrenze je nach System bei etwa 50 bis 200 Kilogramm pro Stunde, nahe der Schwelle von 100 Kilogramm, ab der Anlagen als „Super-Emittenten“ geprüft werden.

Die Studie zeigt auch Grenzen: Bei mehr als 20 Prozent Bewölkung sank die Leistung aller Systeme, und 79 Prozent der Fehlalarme stammten von KI-gestützten Auswertungen kommerzieller Teams. Für andere Landschaften als Wüste, wechselnde Wetterlagen und offene Gewässer ist laut Stanford weitere Forschung nötig. „Es gab über die Jahre erhebliche Skepsis, ob Methan-Tracking wirklich funktioniert“, sagte Brandt. Auch wenn die Menge nur ungefähr bekannt sei, wisse man, dass ein Leck repariert werden müsse, so der Forscher. Insgesamt wurden im Test weniger als 50 Tonnen Methan freigesetzt.

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