Ölpreis fällt unter 104 Dollar – IEA warnt: Diesel bleibt bis 2027 knapp
Brent verbilligte sich am Donnerstag um mehr als 2 Dollar. Die Internationale Energieagentur sieht dennoch keine Entwarnung: Die Lager an Land sind so leer wie seit 2016 nicht.

Symbolbild · Foto: VynedJ / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Ölpreis hat am Donnerstag nachgegeben. Der Brent-Kontrakt zur Lieferung im Dezember fiel am Vormittag um mehr als 2 Dollar auf 103,97 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um rund 1 Dollar auf 94,10 Dollar. Händler wogen die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus gegen den neuen Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) und Berichte über ein weiteres Zugeständnis von US-Präsident Donald Trump an Russland ab.
Die IEA erwartet in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, dass die weltweite Ölnachfrage 2026 um 2,6 Millionen Barrel pro Tag auf 102,4 Millionen Barrel sinkt – wegen knapper Produkte, stark gestiegener Spritpreise und schwächerer Konjunktur. Etwa ein Viertel des Rückgangs entfällt auf Diesel. Das Angebot stieg im September zwar um 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf 102,3 Millionen, angeführt von den Golfstaaten; die Agentur nennt die Erholung wegen neuer Angriffe am Golf aber fragil.
Besonders angespannt bleibt der Dieselmarkt: Die Referenzpreise erreichten im September Rekordwerte von über 200 Dollar je Barrel und liegen laut IEA weiter fast doppelt so hoch wie Rohöl und das Vorkrisenniveau. Die weltweiten Ölvorräte an Land sind auf den niedrigsten Stand seit mindestens 2016 gefallen; die verlorenen Diesel- und Gasölbestände dürften laut IEA nicht vor der zweiten Hälfte 2027 wieder aufgefüllt werden. Für Europa bedeutet das laut Beobachtern das Risiko, dass Diesel in den kommenden Wochen wieder teurer wird.
