Philippinen: Netz-Alarm in den Visayas – Regulierer kippt Größenlimit für Kraftwerke
Weil zwei große Kohlekraftwerke ausfallen, warnt der Netzbetreiber erneut vor Engpässen. Die Energieaufsicht erlaubt künftig größere Kraftwerksblöcke, um mehr Strom ins Netz zu bringen.

Symbolbild · Foto: Patrickroque01 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Auf den Philippinen ist das Stromnetz der Inselgruppe Visayas am Donnerstag erstmals seit mehr als zwei Wochen wieder in den „gelben Alarm“ versetzt worden. Grund seien der Ausfall zweier großer Kohlekraftwerke und begrenzte Stromlieferungen von der Insel Mindanao, teilte der Netzbetreiber National Grid Corp. of the Philippines (NGCP) mit. Insgesamt standen 645,6 Megawatt nicht zur Verfügung. Einer verfügbaren Leistung von 2.557 Megawatt stand zur Spitzenzeit zwischen 17 und 18 Uhr eine Nachfrage von 2.479 Megawatt gegenüber.
Gelber Alarm bedeutet, dass das Angebot die Nachfrage zwar noch deckt, ein weiterer Kraftwerksausfall aber zu Stromabschaltungen führen könnte. Am selben Tag hob die Energieregulierungskommission (ERC) per Beschluss die bisherigen Obergrenzen für die Größe einzelner Kraftwerksblöcke auf: 600 Megawatt auf der Hauptinsel Luzon sowie 150 Megawatt in den Visayas und auf Mindanao. Energieunternehmen können damit größere Anlagen bauen – je nach Nachfrage, technischem Fortschritt und Netzkapazität.
Die Aufhebung der veralteten Beschränkungen eröffne „Möglichkeiten für mehr Investitionen und zusätzliches Stromangebot“, sagte ERC-Chef Francis Saturnino Juan. Neue Projekte brauchen allerdings weiterhin eine Netzverträglichkeitsstudie durch die NGCP oder zugelassene Anbieter, die auch nötige Ausbauten wie Leitungen, Transformatoren oder Umspannwerke ermitteln kann. Juan betonte, es gehe nicht einfach darum, größere Kraftwerke hinzuzufügen. Bis neue Anlagen Strom liefern, dürften nach Angaben von Behördenvertretern mehrere Jahre vergehen.
