Protest in Sofia: Demonstranten fordern Rücktritt von Jotowa und Radew
Vor dem Regierungssitz warfen Demonstranten Präsidentin und Premier vor, zu schwach auf die Drohnenangriffe auf Schiffe zu reagieren. Die Kundgebung war nicht angemeldet.

Symbolbild · Foto: Radosław Botev / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 pl (zugeschnitten und skaliert)
Im sogenannten Machtdreieck im Zentrum Sofias haben am Donnerstagabend Demonstranten den Rücktritt von Präsidentin Ilijana Jotowa und Ministerpräsident Rumen Radew gefordert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur BTA versammelten sie sich vor dem Gebäude des Ministerrats und skandierten „Rücktritt“, „Verräter“ und „Gefängnis“. Anlass sind die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone im Schwarzen Meer, bei denen auch Schiffe gesunken sind.
Die Organisatoren warfen der Staatsführung laut BNT vor, nicht entschlossen genug auf die russische Bedrohung vor der bulgarischen Küste zu reagieren und die nationale Sicherheit nicht zu schützen. Die Protestierenden erklärten, hinter den Angriffen stünden russische Kräfte, die europäischen Staaten wüssten das, Präsidentin und Regierung wollten es aber nicht anerkennen. Wer zu der Kundgebung aufgerufen hatte und wie viele Menschen teilnahmen, teilten weder BTA noch BNT mit.
Die Polizeipräsenz in der Gegend war sichtbar verstärkt. Die Stadtverwaltung Sofia erklärte gegenüber BTA, der Protest sei nicht offiziell angemeldet worden. Premier Radew hatte am Donnerstag vor dem EU-Gipfel in Brüssel gesagt, Russland sei die Arbeitshypothese, zu den Drohnen gebe es aber keine Beweise. Er hofft, dass die EU das von Bulgarien vorgeschlagene Moratorium für militärische Angriffe auf Handelsschiffe annimmt.
