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Erwärmungstempo mehr als verdoppelt – sauberere Luft als möglicher Treiber

Studie der University of Kansas: Seit 2011 steigt die globale Temperatur um rund 0,4 Grad pro Jahrzehnt. Als mögliche Ursache nennen die Forscher den Rückgang kühlender Luftverschmutzung, vor allem über Ostasien.

Symbolbild: Satellitenbild von Schiffsspuren in Wolken über dem Pazifik, ausgelöst durch Aerosole aus Abgasen (2012)

Symbolbild · Foto: NOAA / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Die globale Erwärmung hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich beschleunigt. Das berichtet ein Team um den Klimaforscher Qinjian Jin von der University of Kansas in der Fachzeitschrift „npj Climate and Atmospheric Science“. Nach Auswertung von fünf globalen Temperaturdatensätzen stieg die Temperatur von 2011 bis 2025 um rund 0,40 Grad pro Jahrzehnt (95-Prozent-Bereich: 0,25 bis 0,49 Grad), zwischen 1971 und 2010 waren es 0,18 Grad. Der Anstieg ist in allen fünf Datensätzen statistisch signifikant. Es handelt sich um Messdaten, allerdings über einen kurzen Zeitraum: Das Ergebnis hängt stark an den sehr warmen Jahren 2024 und 2025.

Als möglichen Treiber nennen die Forschenden den Rückgang kühlender Luftverschmutzung. Weniger Schwebteilchen (Aerosole), vor allem über Ostasien und entlang von Schifffahrtsrouten, schirmen weniger Sonnenlicht ab. Besonders zur Beschleunigung tragen drei Regionen bei: Ostasien mit dem angrenzenden Nordpazifik, die mittleren Breiten Eurasiens sowie der Südatlantik und die Antarktisregion. Ohne deren Trends sinkt die globale Rate rechnerisch von etwa 0,39 auf 0,26 Grad pro Jahrzehnt. Warum Eurasien und der Südatlantik so stark zulegen, ist noch unklar; der Aerosol-Zusammenhang ist eine Erklärung, kein Nachweis.

Der Mittelwert von 26 Klimamodellen liegt mit 0,29 Grad pro Jahrzehnt unter dem beobachteten Wert, elf einzelne Modelle zeigen jedoch eine deutliche Beschleunigung. Die Forschenden vermuten, dass manche Modelle die Wirkung schwindender Aerosole auf Wolken nicht voll erfassen. Hält das jüngste Tempo an, würde die 1,5-Grad-Marke im 20-Jahres-Mittel um 2028 erreicht (Spanne 2026 bis 2031), mit dem langfristigen Trend seit 1971 erst 2037. Das ist eine bedingte Hochrechnung, keine Modellprognose, und ob das hohe Tempo anhält, ist offen. Hauptursache der Erwärmung bleiben nach wissenschaftlichem Konsens die Treibhausgase.

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