Europas Antwort auf SpaceX: EU will Satelliten-Bündnis „Bromo“ zügig prüfen
Airbus, Thales und Leonardo wollen ihr Satellitengeschäft bündeln. Laut Bloomberg bereitet die EU-Kommission eine beschleunigte Kartellprüfung vor – doch Gewerkschaften und Zulieferer sind skeptisch.

Symbolbild · Foto: Don-vip / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die EU-Kommission bereitet sich laut einem Bloomberg-Bericht vom Donnerstag darauf vor, das geplante Satelliten-Gemeinschaftsunternehmen von Airbus, Thales und Leonardo im Schnellverfahren zu prüfen. Das intern „Project Bromo“ genannte Vorhaben soll Europas Satellitenbau stärken und die Abhängigkeit von US-Anbietern wie SpaceX verringern. Die drei Konzerne haben ihren Antrag noch nicht formell eingereicht, in Brüssel wird er aber in den kommenden Wochen erwartet. Vorgespräche mit den Wettbewerbshütern laufen den Berichten zufolge bereits seit rund einem Jahr.
Eine schnelle Freigabe wäre nach einer ersten Prüfphase von gut einem Monat möglich, wenn die Unternehmen Zugeständnisse wie den Verkauf von Geschäftsteilen anbieten. Bleiben Bedenken, könnte eine vertiefte Untersuchung über mehrere Monate folgen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Bromo als möglichen europäischen Champion gelobt, der Unterstützung auf höchster Ebene verdiene. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte dagegen, das Vorhaben werde nicht automatisch genehmigt und müsse die Fusionsregeln wie jede andere Transaktion erfüllen.
In Europa wird darüber debattiert, wie weit global wettbewerbsfähige Unternehmen gefördert und wie stark Marktkonzentration begrenzt werden soll. Gewerkschaften und Zulieferer haben Bedenken wegen möglicher Stellenstreichungen und weniger Wettbewerb geäußert; kleinere Hersteller fürchten, von einem großen Gemeinschaftsunternehmen verdrängt zu werden. Parallel treibt die EU ihr eigenes Satellitennetz IRIS² voran. Die Aktie von SpaceX gab am Donnerstag laut Investing.com rund 3,2 Prozent nach.
