Zahnbelag: Ungesüßter Cranberrysaft bremst laut kleiner Studie die Säurebildung
In einem Test mit 22 Menschen wuchs Zahnbelag nach dem Spülen mit purem Cranberrysaft langsamer nach. Die Forscher fordern größere und längere Studien.

Symbolbild · Foto: Lisa Pinehill from Osaka, Japan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Ungesüßter Cranberrysaft könnte laut einer kleinen Studie aus den USA gegen Zahnbelag wirken. Forschende der Zahnmedizinischen Fakultät der University of Illinois Chicago um die Kinderzahnmedizinerin Christine D. Wu testeten das an 22 Menschen – 14 Kindern und 8 Erwachsenen. Die Teilnehmenden erhielten per Zufall entweder 100 Prozent reinen, ungesüßten Cranberrysaft, einen Saftcocktail mit 27 Prozent Saftanteil und zugesetztem Zucker oder Wasser. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“, berichtete ScienceDaily am 29. Oktober 2026.
Die Forschenden nahmen zunächst eine Probe des über Nacht gebildeten Belags von einer Seite des Mundes. Danach spülten die Teilnehmenden mit Wasser und anschließend dreimal mit kleinen Mengen ihres Getränks, das sie dann schluckten. 30 Minuten später wurde Belag von noch nicht beprobten Zähnen entnommen. Belag, der mit dem puren Saft in Kontakt gekommen war, wuchs langsamer nach und bildete bei Kindern wie Erwachsenen weniger Säure. Als mögliche Erklärung nennt die Mitteilung Pflanzenstoffe namens Proanthocyanidine, die das Anheften von Bakterien stören können; direkt getestet wurde das nicht.
„Es war uns wichtig, diese Tests mit menschlichen Teilnehmern und mit handelsüblichen Produkten durchzuführen“, sagte Wu. Die Aussagekraft ist allerdings begrenzt: Die Gruppe war klein, und gemessen wurde nur eine halbe Stunde nach dem Spülen. Ob regelmäßiges Trinken vor Karies schützt, lässt sich daraus nicht ableiten; Wu hält größere und längere Studien für nötig. Die positiven Ergebnisse beziehen sich auf den puren Saft – Zahlen zum gezuckerten Saftcocktail und zu Wasser nennt die Mitteilung nicht.
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