Berlin --:--Freitag, 30. Oktober 2026
LIVE
DeutschlandNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Breaking NewsDeutschland ·

Chemie-Poker: Evonik weist BASF ab – 24 Euro je Aktie reichen nicht

Der Essener Spezialchemiekonzern will eigenständig bleiben und nicht über eine Übernahme verhandeln. BASF reagiert verständnislos – ein vertraulicher Austausch bleibt möglich.

TERRA WORLD NEWS – Titelgrafik

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Der Spezialchemiekonzern Evonik will sich nicht von BASF übernehmen lassen. Der Vorstand habe das Interesse des Ludwigshafener Konkurrenten geprüft und entschieden, keine Verhandlungen aufzunehmen, teilte das Essener MDax-Unternehmen am Freitag mit. Man konzentriere sich auf die Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen. Evonik ist lediglich bereit, BASF in einem rein informativen und vertraulichen Austausch Gelegenheit zu geben, die Beweggründe für das Angebot darzulegen. BASF hatte Evonik am 22. Oktober schriftlich über sein Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot informiert.

BASF bietet nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX 24 Euro je Aktie – laut BASF eine Prämie von knapp 40 Prozent auf den Schlusskurs vor den ersten Medienberichten. Evonik würde damit mit rund 11 Milliarden Euro bewertet. BASF erklärte, die Ablehnung von Verhandlungen sei nicht nachvollziehbar, nehme die Gesprächsbereitschaft aber zur Kenntnis. Konzernchef Markus Kamieth hatte eine Zusammenführung als logischen Schritt bezeichnet, die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche habe begonnen. Er sicherte zu, betriebsbedingte Kündigungen seien bis 2032 ausgeschlossen und Essen bleibe ein wichtiger Standort.

Eine Schlüsselrolle kommt der RAG-Stiftung zu, die rund 43 Prozent der Evonik-Aktien hält und aus den Erträgen die Folgekosten des Steinkohlebergbaus finanziert. In ihrem Kuratorium sitzen überwiegend Politiker, darunter die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland, die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen sowie der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE. Neben dem Preis spielt dort die Sorge um Arbeitsplätze in der angeschlagenen Chemieindustrie eine Rolle. Die Evonik-Aktie notierte am Freitagnachmittag rund ein Prozent im Minus bei knapp 21 Euro.

Mehr aus dem Ressort

← Deutschland